Heft 
(1820) 3
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ſeinige, fand man nirgends in der ganzen Reſidenz. Man wußte, daß der erſte Miniſter, deſſen Leidenſchaft ſchoͤne Pferde waren, viel Geld darauf geboten hatte, 3 und jedem ſeiner Subalternen ſchauerte die Haut, als der ſimple Herr ſich erkuͤhnte, des Hochgebietenden Ge⸗ bot unbedingt von ſich zu weiſen. Manche geriethen auf den Einfall, ihn fuͤr einen privatiſirenden Fuͤrſten zu halten; hauptſächlich vielleicht darum, weil er, trotz ſeiner Titelloſigkeit, ein Paarmal im Schauſpielhauſe ſeinen Platz nicht verließ, auf den doch die verdruͤßliche Miene eines ſpaͤter angekommenen Ordensbandes, das neben ihm ſtand, ſichtbar große Anſpruͤche machte. Aus gleichem Grunde hielten Andere ihn fuͤr eine Art von Millionaͤr. Denn reiche Perſonen, meinten ſie, daͤch⸗ ten gemeiniglich, daß mit Gelde Atles zu zwingen ſey. Noch Andere glaubten, er ſey der geheime Ab⸗ geſandte irgend eines vornehmen Hofes, oder das, was man im gemeinen Leben ſchlechtweg einen Spion zu nennen pflegt. Die Exiſtenz dieſes Glaubens ſchien be⸗ ſonders daraus zu erhellen, daß die Polizei ſeinen Paß zun zwei verſchiedenen Malen zu unterſuchen fuͤr gut fand⸗ Auch bewies ſich der Raͤthſelhafte wirklich ſo einſilbig und t ſonderbat in Geſelhſchaften, daß er ſelber vielleicht auf den