— 159— Durch Thuͤr und Fenſter eingelaufen.— An jedem Schluͤſſelloche kann Ein luͤſtern Maͤnnerauge lauern, In jedem Winkel einer kauern, Der nicht des Betens wegen ſich In's Haus des alten Mannes ſchlich.
Dem Fenſter, wo ſie ſitzt und ſteht,* Dem wird auf Pferden und in Wagen Manch heißer Blick vorbeigetragen, Und wer nicht faͤhrt und reitet, geht. Es kommt ein Harfner angezogen, Und mitten aus der Toͤne Wogen Dringt, dir zum Poſſen, alter Thor, Die Lieb' in's Herz ihr durch das Ohr!
Erlogen nur iſt das Gewand Des Bettlers, welcher dorten ſchleichet, Denn fuͤr die Gabe, die ſie reichet, Faͤllt ihr ein Brieſchen in die Hand. Und laͤßt die Dienerin ſich blicken,
leich fragt ein Herrlein voll Entzuͤcken Das kleine Weſen, flink und ſchlan: Iſt ſie allein die junge Frau?


