— 150— hauptete, in ſeinem Leben kein ſchoneres Geſicht geſe⸗ hen zu haben, ſo ſagte doch der Verfertiger: daraus merkt man gleich, daß ſie dir ſelber nie vorgekommen iſt. Sonſt wuͤrdeſt du ganz anders ſprechen von dieſem lumpigen Schattenbilde ihrer wunderlieblichen Geſtalt.— Uebrigens trug der Verliebte ſeinem Freunde auf, im Hauſe Bambo's, deſſen Porträt er am folgenden Tage dort anfangen wollte, Nachrichten einzuziehen uͤber den Stand der Dinge, und ob die Braut fortdauernd Wi⸗ derwillen gegen den ihr aufgedrungenen Braͤutigam be⸗ zeige?—
Hierin leiſtete die Antwort, welche Roſſelli ihm zuruͤckbrachte, dem Liebenden Gnuͤge. Allein was half ihm ihr Widerwille gegen Vambo, da er zugleich ver⸗ nehmen mußte, ſie ſey ſeit jener Nacht vollig verſchwun⸗ den, und die Mutter bis jetzt noch nicht dem Liebhaber auf der Spur, bei welchem ſie ſich aufhalte.—
Bei einem Liebhaber alſo? rief Allori aus.—
Ei nun, lachte der Andere, iſt das ſo wunderſelt⸗
ſam, daß ein ſchoͤnes Mädchen bei Zeiten ſich mit einem Liebhaber einverſteht und mit ihm dann fluͤchtet, wenn die Verwandten ihrer Zukunft eine verhaßte Richtung geben wollen?—


