Heft 
(1820) 2
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ſtens nicht von mir weiſe, wenn ſie mir mit Golde auf⸗ gewogen werden!

Ja, verſetzte Roſſelli, fuͤr einen Indas Iſcharioth waͤre der Kopf mit dem rothen Barte doch recht paſſend. Und der Burſch iſt obendrein ſchuld, daß ich weder Milchmaͤdchen noch Milch geſehen habe. Er giebt naͤm⸗ lich ein großes Feſt auf ſeiner Villa. Dahin hat er denn alles, was ſich eſſen und trinken laͤßt, aus der nächſten Nachbarſchaft an ſich gezogen.

Ich will nicht fuͤrchten, daß der Barbar das Milch⸗ maͤdchen auch mit zu den genießbaren Artikeln rechnet?

Das wohl ſchwerlich. Er ſoll vielmehr eine Braut haben, der zu Ehren der Schmaus gegeben wird.

Eine Braut? rief Allori. So geht dieſer fuͤr den Nachrichter Geborene gar noch darauf aus, ſein heil⸗ loſes Geſicht zu vervielfaltigen? Dergleichen gottloſen Begierden muͤßte eigentlich von der Obrigkeit geſteuert werden. Sollte doch eine kunſtliebende Obrigkeit uber⸗ haupt einen Heirathsrath, aus lauter Kuͤnſtlern beſte⸗ hend, niederſetzen, deſſen Gutachten jedes eheluſtige Paar einzuholen haͤtte. Wie viel Mißgeburten wuͤrden da vielleicht der Welt erſpart werden, wenn, wie bei der Buͤcherzenſur, ohne das Imprimatur dieſes Raths,