5 inſtern Geſichts, doch mit gewohnter Sorgfalt, hatte der Maler Criſtoforo Allori ſo eben die Farben auf ſeine Pallette geſetzt. Als er aber mit ihr und Stab und Pinſeln vor die Staffelei trat, um das bereits unter⸗ malte Porträt einer vornehmen Florentinerin zu voll⸗ enden, da rief er plotzlich aus: Rein, nein, nein! und warf ſein Werkzeug von ſich. Criſtoforo, Criſto⸗ foro, haſt du darum die Regeln der Schoͤnheit, das herrliche Ebenmaas dir eingeprägt, daß du nun ſolch einen alten formloſen, gelben Schwamm, dem die Natur in einer tollen Stunde den Rang eines Men⸗ ſchengeſichts zugeſtand, auch in das Gebiet der Kunſt einſchwaͤrzen ſollſt?
Wie gerufen trat ſein Freund Matteo Roſſelt zu ihm herein. Allori ſchloß ihn vor Freuden auch ſo heftig in die Arme, daß dieſer ganz ſtutzig wurde. Bran wiedergegeben, recht brav! rief er aus, als ihm dabei das Bild in's fiel. Der


