Heft 
(1820) 1
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Gruß an den Bruder! So ſchloß ſich ihr auf immer.

Sogleich nach dem Begraͤbniſſe eilte die, ſeit ihrer Arminia Tode ſich ganz verwaiſt und einſam auf der Erde fuͤhlende Mutter, nach Deutſchland zuruͤck. Der tieferſchuͤtterte Bruno wollte den Leichnam aus Italien in die Gruft ſeines Hauſes bringen laſſen. Aber die Mutter bekaͤmpfte ſeinen Wunſch mit Nachdruck. Die Vollendete, ſagte ſie, koͤnne ja nirgend ſuͤßer ruhen, als in der heiligſten der Städte des Erdbodens.

Kaum langte ihre Kraft aus zur Ruͤckreiſe nach Rom. Endlich erreichte ihre Sehnſucht doch die Stadt. Dort ward ſie in einer Saͤnfte nach der Kirche gebracht, in welcher die Beiſetzung der Tochter geſchehen war. Am Sarge der Inniggeliebten ſchien ploͤtzlich uber die Ermattete ein neuer lebendiger Geiſt zu kommen. Aber

er war nicht von dieſer Welt. Neben Arminia's Reſten

fiel ſie entſeelt zu Boden.

Die Kirche war mit Menſchen erfullt in der Nacht, welche ihrem Begraͤbniſſe gewidmet wurde. Zunächſt um den offenen Sarg ſtanden Adele und Klandia.