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Das waren ihre Worte. Ihre Miene ſprach die tieſſte Selbſtverachtung aus.
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Klaudia ließ ſich nicht abſchrecken. Sie wendete alle Widerlegungskunſt an. Als ſie endlich nur erſt aus Arminiens Munde die Erklaͤrung vernommen hatte, daß ihr Vruder nach Bruno derjenige von allen Män⸗ vern ſey, den ſie am hoͤchſten achte, ſo wußte Klandia zuch die Gewaͤhrung der bruͤderlichen Bitte ihr als
einen ſolchen Troſt für die Familie Weißenburg darzu⸗ ſtellen, daß Arminia's Sinn ſich bezwungen fuͤhlte.
Aber nicht auf lange Zeit. Als am Tage nachher der junge Graf ſein Wort ſelbſt pei ihr anbrachte, da ſprach ſie: Nein, werther Freund! Sie wiſſen nicht, was ſie thun. Sie wiſſen nicht, daß ſie ein Herz, ein Leben, fähig, die Reinſte, die Beſte zu begluͤcken,
einer Ungluͤcklichen weihen wollen, welche ihr Daſeyn durch Schuld vergiftet hat, welche die treueſte Liebe nur mit dem bitterſten Harm vergelten kann, welche, mit Einem Worte, wie ein abgeſtorbener Baum anzu⸗ ſehen iſt, an dem jedes Reis der Freude und der Hoff⸗
nung verloren ginge, welches man auf ihn ſetzen wollte.
— Thenrer Freund——


