Heft 
(1820) 1
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38.. Arminia wurde von einer Tochter entbunden, welche die Taufe kaum uͤberlebte. Letzteres haͤtte ihr ein

Troſt ſeyn ſollen. Aber es vermehrte nur ihre Schmer⸗

zen. Sechs Wochen ſpaͤter erfrente Klaudien ein uͤber⸗ aus munterer Knabe. Auf die Nachricht davon, eilte Doſſenheim zu ihr und bald kehrten ſie gemeinſchaftlich nach Rom zuruͤck.

Hier fand Arminia zwei Briefe aus der Heimath. Ihr vergingen die Augen, als ſie auf dem einen Bruno's Wappen erblickte. Die Buchſtaben der Auf⸗ ſchrift flimmerten ihr wie Sterne; denn ſie waren von ſeiner Hand. Sie eilte auf ihr Zimmer mit dieſem Briefe, weil ſie beim Leſen in Gegenwart Doſſenheims ihr Inneres zu ſehr zu verrathen beſorgte.

Aber welch ein Brief! Der Prinz ſelber ſchilderte ihr die Nothwendigkeit ihrer Trennung fuͤr immer. Er ſagte, daß, wenn ſie dieſen Brief erhalte, ohnfehlbar die Prinzeſſin Helviſe von ſchon ſeine Gemahlin ſeyn

werde.

Arminia ſtarrte wie wahnſinnig vor ſich hin die Hoffnung an, davon ſie ſich jetzt erſt wieder bewußt,

in demſelben Augenblicke bewußt geworden war, wo der