Heft 
(1820) 1
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hat gehen laſſen.

unſelige Geheimniß einer Freundin mit dem Mantel unſerer kuͤnftigen Ehe zu verhüllen. Nach kurzem Nachdenken ging er auf mein Verlangen ein. Er ſchien der Freundin Namen wiſſen zu wollen, kehrte aber aus Zartgefuͤhl mitten in der Frage wieder um. Da druͤckte ich ihm zum erſten Male mit Innigkeit die Hand. Auch ſeitdem hat er jene Frage nicht vollendet, was ich ihm großen Dank weiß. Denn ſo feſt er ſeit unſerer Abreiſe aus Deutſchland uͤberzengt ſeyn muß, wer jene Freundin iſt, ſo verraͤth es doch ein beſonderes Zart⸗ gefuͤhl, daß er eine beſtimmte Aeußerung von mir daruͤber nicht begehrt, auch nie auf die entfernteſte Weiſe, irgend eine Anſpielung dahin uͤber ſeine Lippen

Tiefgeruͤhrt ſchloß Arminia Klaudien in ihre Arme und Klaudia fuhr fort: Lege deinem Danke gegen mich Schweigen auf, weil er mie druͤckend ſeyn muß. Das, was ich damals ſelbſt fuͤr Aufopferung deinet⸗

wegen hielt, war nichts, als die Abbuͤßung einer

ſchweren Schuld an deinem Heile. Denn ich, ich hatte dich ja vermocht, uns in jenes Thal zu begleiten⸗ Ohne dieſen Schritt wuͤrde der Prinz dich ſchwerlich