Heft 
(1820) 1
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einzige Vertrante. Fuͤr ein beſonderes Gluͤck achtete ſie es, daß Guido eine Geſchaͤftsreiſe vorhatte, die ihn gewiß acht ganze Monate von Rom und der Gegend entfernte. Denn ſeine Abſichten traten, obſchon Klau⸗ dia, mit der er zuerſt davon geſprochen, ihm wenig Hoffnung gegeben hatte, immer mehr an's Licht. Vor ſeiner Abreiſe wollte er ſich Arminien durchaus entdecken. Klaudia wußte ihn nicht anders davon abzubringen, als durch die Vorſtellung, daß er damit in dieſem Augen⸗

blicke ſeinen Wunſchen, deren ſich die Zukunft vielleicht

annehme, zuverlaͤſſig fuͤr immer ſchaden werde. Ver⸗ gebens begehrte er die Entdeckung der urſache. Klau⸗ dia bat ihn, Geduld zu faſſen bis zu ſeiner Ruͤckkehr. Inzwiſchen waren vom Hauſe Nachrichten einge⸗ laufen, welche Arminia's Herz auf einer Seite erfreue⸗ ten, auf der andern aber neu verwunden mußten. Die Mutter ſchrieb, daß das Geruͤcht von verraͤtheriſchen planen des Prinzen gegen ſeinen Vater vollig grundlos, vielmehr Bruno's Liebe zu ihr allein die Veranlaſſung zur ſtrengen Behandlung deſſelben ſey, auch der Ge⸗ fangene ſchon wieder Zutritt bei ſeinen Aeltern habe,

weil man eben eine Verbindung durch Heirath zwiſchen

ihm und einem benachbarten großen Furſtenhauſe

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