zu 160 Maß mit 9 Rthlr. 8 Gr. bezahlt.“ Den ausführlichſten und intereſſanteſten Blick in des Dichters Keller gewährt uns aber folgende Tabelle:
Wein⸗Vorrath vom 30. Juni 1804.
ganze Bout. halbe
Malaga. 61
Bourgogne...........35— Champagne 22
Weißer Vortwein......... 10— Muscaten......... 1— Leiſtenwei... 2— Ruſter.. 17— Oedenburger 6— Frankenwein.......... 34— Falerner... 1 Rum... 5—
Endlich ſei noch eines Inventars gedacht, das am Ende des Jahres 1804 ſteht, in dem u. a.„33 bunte Schnupftücher, 37 Hemden, 14 weiße Schnupftücher, 1 Pudermantel, 1 Muff, 1 Chapeau- bas Hut, 10 Röcke, 3 ſchwarzſeidene Hoſen, 5 Paar Nanquing Hoſen, 4 geſtickte Weſten, 1 noch nicht gemachte geſtickte Weſte“ ꝛc. ꝛc. befinden.
Die intimſten und ſchönſten Blicke in Schillers Daheim ge⸗
währen uns indeß Lolos Tagebücher und Briefe. Tiefe Wehmuth, aber auch chriſtliche Ergebung klingt uns daraus an.„Es war nicht Dein Wille, Lenker der Schickſale, daß ich den Abend meines Lebens von der Liebe beleuchtet erblicken ſollte!“ ſchreibt ſie am 16. December 1806.„Als ich in die ſtille Dorfkirche hineintrat, ſchwammen leichte Abendwolken an dem blauen Himmel, und die Abendſonne übergoß ſie mit röthlichem Glanze. An Schillers Hand trat ich in die ſchmuck⸗ loſe Kirche und legte das Gelübde ab, ihm treu zu bleiben bis in den Tod. Ach, es war nicht das Bild meines Lebens, der Wink der Natur, denn ich leite ihn nicht an der Hand bis ins Abendroth des Lebens.“ Ihren Kindern gehört fortan ihr ganzes Leben; darin findet ſie Troſt und Freude.„Die Kinder ſind wohl;“ ſchreibt ſie
Die deutſchen Koloniſten an den Mündungen der Donau und ihre Landplage.
In gewohnter Weiſe hatte ich unſre deutſchen Landsleute, die, circa ſechshundert Seelen ſtark, in drei Kolonien zerſtreut in Bulgarien, in dem lieblichen Hügellande zwiſchen Matſchin und Tultſcha an der Donau, und Babadagh am ſchwarzen Meere wohnen, auch in dieſem Jahre noch kurz vor der Ernte ein Mal aufgeſucht. Vor dem Jahre 1856, wo ich ſie zuerſt aufſuchte, waren ſie ganz vergeſſen. Man wußte nur wenig oder nichts von ihnen.
Während meiner achtjährigen ſeelſorgeriſchen Thätigkeit in jenen Ge⸗ genden kam ich mit dieſen Leuten viel in Berührung. Ich ſuchte ſie all⸗ jährlich zwei oder drei Mal von Galatz aus auf, wo ich meinen bleibenden Wohnſitz hatte. Ich hatte dies Mal meine Reiſeroute über Matſchin ein⸗ geſchlagen und war zuerſt zu den von den Donauniederungen entfernter wohnenden Kolonien gekommen. Deren üppige mitten in einem prachtvollen Eichenwalde liegende Fluren hatten meine Seele wahrhaft entzückt.— Die letzte Kolonie, die ich aufzuſuchen hatte, war die Kolonie Katalouis. Sie liegt circa zwei Stunden ſüdweſtlich von Tultſcha entfernt an dem aus⸗ getrockneten Bette der einſt ſo berühmten Donau⸗Mündung ostium sacrum. Es iſt dies jetzt ein gar liebliches, fruchtbares Thal. Auch hier prangten die Saaten in koſtbarer Fülle und Pracht. Es mußte einem das Herz auf⸗ gehen, wenn man ſeine Blicke darüber hinſchweifen ließ. Mein Fuhrmann, ein biederer Bauer aus dem Oderbruch ſtammend, hatte recht, wenn er ſeinen Empfindungen in dem Verſe Paul Gerhards Ausdruck gab:„Geh aus mein Herz und ſuche Freud in dieſer lieben Sommerzeit an Deines Gottes Gaben!“ Deſto eigenthümlicher ſchien es mir, daß er an dieſen Gedanken, ſich nun zu mir hinwendend, den Seufzer anreihte:„Wenn uns der Herr doch nun auch vor den Heuſchrecken noch bewahren wollte!“
Wir näherten uns der einſamen Kolonie. Wie gewöhnlich, hatten mich meine Freunde, die von meiner Ankunft in Kenntniß geſetzt waren, auch dies Mal erwartet. Sie waren größtentheils am Eingang des Dorfes ver⸗ ſammelt und begrüßten mich freundlich und herzlich. Es thut den zerſtreuten Evangeliſchen in jenen Gegenden ſo wohl, wenn nach langer Friſt ein Pfarrer zu ihnen kommt, und dennoch konnte man ihnen heute anmerken, daß eine ſchwere Sorge ſie drückte. Ich erfuhr bald, daß es keine andere war, als die, welche bereits in dem Seufzer meines Fuhrmanns laut ge⸗ worden war. Sie hatten dazu guten Grund. Von Tultſcha aus hatten ſie erfahren, daß gewaltige Züge von Heuſchrecken über die Donau ge⸗ brochen ſeien. Ihre geſegneten Fluren waren auf das höchſte gefährdet. Nur für den Waizen, der ſchon zu reifen anfing, brauchten ſie nicht mehr bange zu ſein. Alle übrige Frucht und namentlich die Hauptfrucht jener Gegend, der türkiſche Waizen, war ſehr bedroht. Das Unglück kam faſt noch ſchneller, als man vermuthen konnte.
Ich gönnte mir nur wenige Augenblicke zur Erholung. Eine gewiſſe Unruhe veranlaßte mich den Gottesdienſt ſchneller angehen zu laſſen, als ich
am 12. Juni 1805 an Luiſe Franckh, geb. Schiller;„Emilie“(am 21. Juli 1804 geb.)„iſt entwöhnt und zahnt, ſie iſt etwas ſchwäch⸗ lich, aber ſehr heiter und freundlich. Es iſt mir immer als wär es
ein Blick, den mir ihr Vater ſendet mich zu tröſten, wenn ſie mich!
ſo liebend anlacht.“ Ihre Kinder gut zu erziehen, in ihnen die Er⸗ innerung an den frühgeſchiedenen Vater wachzuhalten und ſie auf Gott als den höchſten Troſt im Leben hinzuweiſen, iſt ihr unabläſſi⸗ ges Bemühen.„Meine Liebe zu ihm ſoll Euch ſein Bild entwerfen,“ ſchreibt ſie am 4 Auguſt 1805 für ihre„lieben Kinder.“—„Er ſprach wenig von den Gefühlen, die er uns bewahrte; aber ſein heiterer Blick, ſeine Aeußerungen der Liebe gegen Euch ließen mich oft tiefer in das liebende Herz ſchauen, als eine lange Folge von Handlungen bei andern Menſchen es würde verrathen haben. Lernt von ihm Euch ſelbſt überwinden! Er war oft ſo leidend, fühlte tief wie ſchmerzlich es ſei, das Leben unter dem Gefühl der Krankheit zu tragen, und doch gewöhnte ſich ſein Geiſt endlich über das körperliche Gefühl zu ſiegen.“ Und im Auguſt 1818 ſchreibt ſie:„Wir ſollen immer beten und zu Dem unſere Zuflucht nehmen, der allein uns Rath und Troſt verleihen kann. Keine menſchliche Angelegenheit, ſollen wir befürchten, erſcheine zu gering für den Mächtigen, den wir
anrufen.—— Bei Gott iſt alles klein, was uns auch groß er⸗ ſcheint, und nur das geiſtige Vertrauen, die Kraft zu vertrauen ſieht Gott an——— und wo ein Schmerz eines Einzelnen ſo zunimmt,
daß er keinen Troſt außer ſich in der Welt findet, ſo ſei es uns die Weiſung, daß die geiſtige Kraft in Anregung genommen werden muß und ſoll und daß wir Erhörung finden, wenn wir kindlich zu Dem flehen, der allein helfen kann, der uns ſagt: Rufet mich an in der Noth, ich will Euch erretten!“
Mit dieſem ernſten, für die Zeit ſo recht charakteriſtiſchen Worte, das wir wohl einen Nachklang aus Schillers Daheim nennen dürfen, wollen wir von demſelben ſcheiden. Robert Koenig.
Am Fanilientiſche.
ſonſt zu thun gewohnt war. Schon eine Viertelſtunde nach meiner Ankunft war Alt und Jung im Bethauſe verſammelt. Es war ein armſeliges, aus Bret⸗ tern und Lehm gebautes Häuschen mit kleinen niedrigen Fenſtern. Während des Gottesdienſtes waren Wachen ausgeſtellt, die ſofort die Meldung brin⸗ gen ſollten, wenn die Heuſchrecken über die Berge herüberbrächen. Was man befürchtet hatte, war eben eingetreten. Als ich den Segen über die ver⸗ ſammelte Gemeinde geſprochen hatte, brachten dieſe Wachen die traurige Nachricht.— Wenige Minuten darauf ſtürzte Alt und Jung in größter Haſt und Eile und unter lautem Toben und Schreien zum Dorfe hinaus nach den bedrohten Feldern. Faſt alle hatten ſich mit Gießkannen und anderen Blechinſtrumenten bewaffnet. Es galt vor allem das gefräßige Inſekt von dem türkiſchen Waizen zu verſcheuchen. Nicht ſelten erreicht man dies, namentlich ſo lange die Sonne noch hoch ſteht, mit Feuer und Rauch und durch den Lärm, der mit den genannten Inſtrumenten gemacht wird. Dies Mal blieb der Verſuch fruchtlos.
Als ich aus dem Gotteshauſe trat, ſah ich eine gewaltige Wolke in Windeseile über die Berge hereinbrechen. Es währte aber wohl nicht länger als fünf Minuten und ich ſtand ſchon mitten darin. Das waren die Heuſchrecken.— Es iſt ein überaus erhabener und furchtbarer Anblick, wenn unzählbare Millionen und aber Millionen eine ganze Gegend auf Meilen weite Entfernungen durchſchwärmen wie Bienen. Die Sonne ver⸗ dunkelt ihren Schein vor ihrer Fülle. Es rauſcht in den Lüften wie dürres Laub. Ringsum verbreitet ſich ein widriger Geruch. Das bebende Herz des Landmanns muß mit Entſetzen an das Wort des Propheten Joel ge⸗ Nia„Wie Edens Garten das Land vor ihm und hinter ihm öde
üſte.“
So lange die Sonne hoch am Himmel ſtand, war das Unglück noch abzuwenden. Gegen Abend erſt, wo ſich dieſes Inſekt lagert, brach es unaufhaltſam herein. Als ich am andern Morgen wegfuhr, ſah ich die furchtbarſte Verwüſtung.
Wo Tags zuvor die ſchönſte üppigſte Frucht ſtand, waren heute nur noch kahle und nackte Strünke zu ſehen. Nur das bereits in der Reife vorgeſchrittene Getreide war verſchont geblieben. Dies war aber verhältniß⸗ mäßig nur wenig. Die Heuſchrecken ſchwärmten in wilden Zügen über die Gegend hin und zurück. Es war das Anzeichen, daß ſie nicht weiter ziehen wollten. Die armen Leute klagten und weinten mit ihren Kindern, das liebe Brot war ihnen für dieſes Jahr wieder größtentheils verloren ge⸗ gangen. Mit wehmüthigen und ſchmerzlichen Empfindungen verließ ich die Gegend und betrat in Tultſcha das Dampfſchiff, um nach Galatz zurückzu⸗ kehren. Als ich aber im nächſtfolgenden Jahre etwas früher als dies Mal 2 Pnen Freunden zurückkehrte, ſtand jene Heimſuchung erſt recht in ihrer
üthe.
Wo ſich die Heuſchrecken ein Mal niedergelaſſen haben, legen ſie ge⸗ wöhnlich auch ihre Eier zu je hundert oder mehr in einem kleinen, etwa ½ Zoll langen Säckchen, in die Erde. Die Lebenskraft derſelben iſt außerordent⸗ lich groß. Froſt und Waſſer zerſtören ſie nicht. Ich überzeugte mich ſelbſt,
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diſe jange Brut gefähr i 4 unGgen vernich das Gemüth einel auch die großen S dan euſten Morgenſ daaboliſcher. Zu d nen des jungen Ge äreg 1 bis 1 ½ mmander und bilde nahe kommt, fange Saatſtück wandelt tärlich ſtehen und! Begreiflicher— Verwüſtungen. S⸗ Als ich im Herbſ Dpphus, eine groß Es liegt nun gibt, der Verbrei ſhädlich zu mache Antwort darauf ij mehr Leute wären,“ ihnen fertig werde
In der That glau ſcick dort den Sie entgegenſtellt, davo Ein gewöhnli ſchrecen von den gebraucht wurde, Außerdem kehrt 1 menten todt. Au⸗ nan nur den Sa u werbrennen, iſ unzulänglich erwie men. Sie haber hamen angefertigt Nit dieſem die Plätze, wo di alle Seiten und herunter. Die C erſtampft und b mon ihnen vernich in den meiſten T Jrößer wäre. Wann aber wanderer dort b und die letzten richtet ſind. Do iinden können; ſie eine neue de
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