Jahrgang 
1865
Seite
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geſchlagen, ſich gleichſam beſchattet. Noch mehr, unſer Fr. Rückert hat das Eichhorn in ſeiner unübertrefflichen Weiſe beſungen: Dann ſpieleſt Du froh zum herbſt⸗ lichen Feſt Mit Nüſſen, Büchen und Eicheln, Und läſſeſt den letzten ſchmeichelnden Weſt Den weichen Rücken Dir ſtreicheln. Die Blätter haften a Baum nicht eſt, Den fallenden folgſt Du leruieder Und trägſt, ſie ſtaunen, zu Deinem Neſt In ihre Höhen ſie wieder. Du haſt den ſchwebenden Winter⸗ palaſt Dir künſtlich zuſammengeſtoppelt, Dein wärmſtoffhaltendes Pelzwerkhaſt Du um Dich genommen gedoppelt. Dir ſagt's der Geiſt, wie der Wind ſich dreht, Du ſtopfeſt zuvor ihm die Klinzen, Und lauſcheſt behaglich, wie's draußen weht, Du frohſter verzauberter Prinzen! Mich faßt im Herbſte, wie Dich, ein Trieb Zu ſammeln und einzutragen; Doch hab' ich, wie warm es im Neſt Kapelle gefiederter Muſiker ſchon mir blieb, Dir aufzuſpielen zum Tanze. Nicht dort Dein freies Behagen.

In meiſterhaften Zügen ſchildert der Dichter unſern Liebling. Nach ſolch begeiſtertem Sänger das Wort zu ergreifen, auszuführen, was der Genius mit kühnem Federſtrich maleriſch und poetiſch ſchön hingeworfen, könnte mißlich erſcheinen. Doch hat der Dichter ſein Anrecht, ſo der Naturforſcher auch.

Zergliedern wir nüchtern denfroheſten verzauberter Prinzen, der Alt wie Jung für ſich gewonnen, ſo wiſſen wir kaum zu ſagen, ob ſein Weſen mehr noch als ſein Leib das iſt, was uns feſſelt.

Auf niedrigen Beinen ruht der ſchlanke Körper, die hinteren länger und ſtark entwickelt, die vorderen kürzer und beide mit ſcharfen Krallen bewehrt. Der eigenthümlich geſtaltete Kopf trägt als Hörner⸗ ſchmuck gleichſam daher ſein deutſcher Name geradaufgerichtete Ohren, zur Winterszeit verlängert noch durch einen hochgeſpitzten Haarſchopf, und aus ſeinem kecknaſigen Geſichte ſchauen die ſchönen großen Augen neugierig und gutmüthig, doch nicht ganz ohne Schalk⸗ heit, ſorglos hinein in die Welt. Eine ganz beſondere Zierde iſt ihm der breite, zweizeilig behaarte Schwanz, von welchem, wenn auf den Rücken hinaufgeſchlagen, der zierliche Leib beſchattet und umrahmt wird.

Sein locker behaarter Balg iſt in beſcheidenes Rothbraun ge⸗ taucht, hie und da mit Anflug von Grau, nur Bruſt und Bauch iſt weiß. Die hochnordiſchen Brüder aber hüllen ſich in dichteren Pelz und kleiden ſich über und über in Grau mit weißer Bruſt und weißem Bauch. Nicht ganz ſelten ändern unſere Eichhörnchen ihre Färbung in Schwarz, und rothe und ſchwarze Geſchwiſter finden ſich zuweilen in ein und derſelben Hecke, doch ſind die grauen und ſchwarzen Eich⸗ hörnchen Nordamerikas von den europäiſchen wohl zu unterſcheiden. Andere Abänderungen in der Färbung des Balges, gefleckt oder gelb⸗ lich, ganz weiß oder mit weißer Schwanzſpitze ſind große Seltenheiten.

Das Eichhorn iſt ein Nagethier und macht ſeiner Vetterſchaft alle Ehre, es iſt allerdings in Freiheit wie in Gefangenſchaft gar leicht durch Mißbrauch ſeiner ſtark entwickelten Nagezähne etwas läſtig. Die Vorderfläche dieſer Waffen iſt hart glaſirt, weiß von Farbe, im Alter gelblich. Die weichere Hinterſeite wird beim Benagen harter Körper leicht abgenutzt und ſo die Glaſur meſſerartig zugeſchärft. Bei mangelnder Gelegenheit zum Nagen entwickeln ſie ſich in ziemlich kurzer Zeit bis zolllang, verſagen ihren Dienſt, und das Thierchen iſt alsdann dem Hungertode preisgegeben.

Und nun ſein Weſen! Anmuthig und behend, zierlich und poſſierlich hat es immer was zu ſchaffen. Es leckt und putzt ſich, klettert und ſpringt, wälzt ſich kollernd am Boden, ſeinen eigenen Schwanz zum Spielgefährten. Halt, ein Nüßchen! Flugs auf die Hinterbeine geſetzt, den Schwanz am Rücken emporgeſchwungen, und nun wie hurtig dreht und wendet ſich das Nüßchen zwiſchen den Vorderpfötchen ringsum. Da iſt die rechte Stelle, raſch die Zähne

Ich bin in einem früheren Sein, Einmal ein Eichhorn geweſen; Und bin ich's erſt wieder in Edens Hain, So bin ich von Kummer geneſen.

Falb⸗feurig gemantelter Königsſohn Im blühenden grünenden Reiche: Du ſitzeſt auf ewig wankendem Thron, Der niemals wankenden Eiche.

Und kröneſt dich ſelber wie machſt Du es doch? Anſtatt mit goldenem Reife, Mit majeſtätiſch geringeltem, hoch Emporgetragenem Schweife.

Die Sproſſen des Frühlings benagt Dein Zahn, Die noch in der Knospe ſich ducken; Dann klimmſt Du laubige Kronen hinan, Dem Vogel ins Neſt zu gucken.

Du läſſeſt hören nicht einen Ton, Und doch, es regt ſich die ganze

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eingeſetzt, und eins, zwei, drei, die Schale kracht, der lockere Kern enthülſt ſich. Wie vortrefflich mundet er; man ſieht es dem ſchmun⸗ zelnden Näſcher an. Und wie manierlich weiß unſer Aeffchen zu ſchmauſen. Ja, unſer Aeffchen; Du biſt aber ungleich liebenswürdiger als das unſaubere Affenvolk, und frei von deren Bosheit und Tücke.

In ganz Europa heimiſch, verbreitet es ſich bis über den Kaukaſus und Altai hinaus, und hat in allen Erdtheilen, nur in Neuholland nicht, ſeinen Vertreter.

Freies Feld mit hellem Sonnenſchein und Sumpfland mit nie⸗ derem Geſtrüpp ſind dem Eichhorn zuwider. Nur der Wald iſt ſeine Heimat, nur hier findet es Gelegenheit, ſich nach Herzensluſt zu tummeln, nur hier kann es außer Sorge ſein für des Leibes Nahrung und Nothdurft. Hochſtämmige Schwarzwaldungen, Eichen⸗ und Buchenwälder ſind ſeine Freude, und ganz beſonders liebt es Thäler am Fuße mit Nadelholz beſtandener Berglehnen. Dort winkt im niederen Laubwald die leckere Haſelnuß und im Garten der einſamen Thalmühle vielleicht ein Nachtiſch von Obſt, deſſen Kerne es ſorg⸗ fältig herausklaubt, das Fleiſch der Früchte aber verſchmäht.

Einen guten Theil ſeiner Thätigkeit nimmt die Toilette in Anſpruch. Es iſt ein ſehr ſauberes Thier. Niemals verunreinigt es ſeine Lagerſtätte, nie wird man ſeine und der Seinigen Loſung in derſelben abgelagert finden.

Die kleinſte Sorge, ſcheint es, iſt dem Thierchen ſeine Zukunft. Zwar trägt es Vorräthe ein und ſchleppt deren nicht ſelten aus ziem⸗ licher Ferne herbei, um, leichtfertig wie es iſt, oft genug ſelbſt die nächſtgelegenen Magazine zu vergeſſen. Folgt nun dem zeitigen Herbſt gar noch ein ſchneereicher Winter, dann werden viele dieſer Thierchen ein Opfer des Hungertodes.

Mehr Sorgfalt wendet es auf den Bau ſeines Neſtes, doch auch dabei ſucht es ſich's möglichſt bequem zu machen. Ein altes Krähen⸗ neſt, deſſen Boden mit Lehm und Erde feſt und dicht ausgekleibt iſt, überhebt das Thier der Mühe, einen Unterbau zu errichten. Auf dieſer Grundlage werden Reiſerchen leidlich kunſtreich durcheinander geflochten und nach oben hin zu einem flachkegelförmigen Dache ver⸗ wölbt, innerlich weich und dicht gefüttert und wohlweislich mit zwei Eingängen verſehen. Außer dieſem Neſte, zur Wohnung und dem Weibchen zum Wochenbette beſtimmt, hat es noch einige Abſteigquartiere, zumeiſt verlaſſene Horſte von Raubvögeln oder auch Baumhöhlen. Gegen Widerwärtigkeiten des Wetters, ſei es Sturm oder Regen, Hitze oder Kälte, ſucht es ſich beſtmöglich zu ſchützen. Im Vorgefühl nahender Unwetter ſieht man es unruhig werden und hört Töne, die man ſonſt nur in der Aufregung von ihm zu vernehmen gewohnt iſt. Sein liebſter Zufluchtsort alsdann iſt das Neſt. Hier liegt es, be⸗ haglich zuſammengerollt, im Trocknen und Warmen auf beſſere Zeiten harrend. Und fegt der Wind ungeſtüm durch den Wald, ſchnell wird ihm der Eingang zum Neſte verſtopft; das nach unten gelegene Schlupfloch genügt noch immer, und macht es das Wetter gar zu arg, da wird auch dieſe Thür verrammelt.

Mit dem Tage ſchließt es ſeine Thätigkeit ab, im warmen Neſt die Wiederkehr des hellen Tages zu erwarten. Doch auch in tiefſter Dunkelheit, wenn es gilt, findet es ſich zurecht. In ſchwarzer Nacht ließ Lenz bei Laternenſchein eine hohe Leiter an einen Baum lehnen, um ein Eichhornneſt zu plündern. Alles geſchah ſo leiſe als möglich. Lenz ſtieg hinauf. Sowie unſer Gewährsmann das Neſt berührte, fuhren die Inſaſſen mit Windeseile heraus, die einen am Baum zur Höhe, eins am Stamm hinunter, ein anderes durch die Luft an den Boden. Und im Nu war alles todtenſtill.

Seinen Verfolgern ſucht es durch ausdauernde Behendigkeit zuvorzukommen. Selbſt auf ebener Erde iſt es ſchwer nur einzu⸗ holen. Den Schwanz wagrecht nach hinten geſtreckt, macht es mit Hilfe ſeiner kräftig entwickelten Hinterbeine Sprünge, die in un⸗ glaublicher Schnelle ſich folgen. Nie ſieht man es in Schritt oder Trab, ſondern ſtets nur in bogigen Sprüngen dahineilen. Hier iſt ein Baum, im Nu verliert es ſich in deſſen Wipfel. Einem Feind aber

erliegt das arme Thier nur allzuhäufig. Er iſt ihm an Behendigkeit gleich, an Ausdauer überlegen. Das ermüdete Eichhorn muß ſich ſchließlich ergeben. Ein ſolcher Wettlauf des fliehenden, geängſteten Eichhorns und des verfolgenden beutegierigen Edelmarders iſt ein ſpannendes Schauſpiel. Auf und nieder, kreuz und quer geht die tolle Jagd. Jetzt wagt das Eichhörnchen einen kühnen Sprung quer durch die Luft zum Nachbarbaume hinüber. Auch dahin folgt ihm der verwegene Räuber. Eins aber kann noch Rettung bringen. Die

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Reinecke, ſ er Verfolgung iſ ſiehenden Eichhor kalln, gilt es, an as Tiier lletter undig in weiten ecwendeten Seite its den Verfolg niſen. Selbſt b um anderen geni tomnken Zweige ſutt mit Leichti Vagniſen iſt ihn und als Falſchir Schwanze ſind ka duch im Schwime diſſe Kunſt auße vil, ein Stück B benutzen.

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