Sellüſſern, nach der wem man ſchwoll ihm di iichalt wohl chießen, Reiten dug in ihm dun
it einem Knaben r Eloquen geübt azu gekommen ſei ne der hoffähigen gen und mit ihn don weil er unter
und Geſchiclic⸗
a Neigung und fang des Jahres as Gut Wuſter oren und Haiden, ibeit und weiten Hühnern. Was lusſicht und das
wurde gewiß ſchr nirgend geleſen, n von unten auf 5 1699, alſo als
te, werden zwei nent, als„kur⸗
vereits neben den Regimenter, den
und Damen des der Prinz ſchon Lal hinzugezogen. as zu Ehren der längern Beſuche ind Amoren, die Bogen und Pfel. rletzten Strophe
lleſen Knabenzi andem Charakt
ie es ſchin wurde. Neul ſic eutſchlühen
8 Di uverſehen, 2
Freundlichkeit ohne Kinderei, Höflichkeit ohne Erniedrigung, Ehre ohne Eitelkeit ſich zeige. „So geſchehen zu Berlin den 1. Mai 1699. Friedrich Wilhelm, Kurprinz von Brandenburg.“
Man ſcheint etwas hart mit dem Prinzen umgegangen zu ſein.“
Wollte man wirklich dem zehnjährigen Knaben die Späße ſeines Alters verwehren? Auch pfeifen und trommeln ſollte er nicht? Andrer⸗ ſeits glaubte man, daß er Dinge, die auch dem Erwachſenen ſchwer fallen,— den Schmeichler vom Aufrichtigen unterſcheiden,— nur überhaupt erfüllen könne?
Doch hatte die Erziehungsmaßregel vielleicht auch eine andere Seite. Daß nämlich der Prinz ſo eine Art Gelübde unterzeichnen mußte, auf welches er in jedem Augenblick verwieſen werden konnte; daß hierin alles aufs ſtrengſte gefaßt war— mag doch wohl nicht ohne Einfluß auf die Bildung ſeines Charakters geweſen ſein.
Die Kurfürſtin Sophie Charlotte unterhielt ſich bei ſeinen Be⸗ ſuchen in Lützenburg, je mehr ſeine Geiſteskräfte wuchſen, eingehend mit ihm über alles, was er trieb; wiederholte mit ihm die Gegen⸗ ſtände ſeiner Lektüre; erweckte und belebte zartere Empfindungen in ſeiner Seele.
Alle Berichterſtatter aus dieſen Jahren ſtimmen in der Schil⸗ derung des angenehmen Eindrucks, den der Prinz hervorbrachte, überein. Der jüngere Bruder des Oberhofmeiſters, Graf Chriſtoph von Dohna, der ihn nach vierjähriger Abweſenheit im Jahre 1698 zum erſtenmal wiederſah, ſchreibt:„Es war eine außerordentlich große Genugthuung für mich, bei meiner Ankunft den jungen Kurprinzen für ſein Alter vorzüglich gebildet zu finden, dieſen würdigen Sproß in Geſtalt, Anmuth des Weſens und Weisheit ſo vorgerückt zu ſehen.“
Auch jene Beſchäftigungen, bei denen ſich der Prinz in freier An⸗ wendung all ſeiner natürlichen Kräfte bewegte,— Exerciren, Reiten, Jagen— tragen in dieſer Zeit mehr den Charakter des Gefälligen und Gelegentlichen, als den des Eigenwilligen und Gewaltigen. Der Ceremonienmeiſter von Beſſer ſpricht in ſeiner Krönungsgeſchichte zwar von der„martialiſchen Neigung, die ſich an dem Prinzen ſpüren laſſen,“ aber keineswegs zur Andeutung übertriebenen Kraftgefühls, ſondern zum Lobe und zur Charakteriſtik. Berichterſtatter aus jener Zeit erzählen, daß mitten unter den Opern und Bällen, unter den Spielen und Tänzen„nichts ſo reizend gefunden ſei, wie die Com⸗ pagnie junger Leute, welche der Prinz commandirt habe. Sie mach⸗ ten ihre Exercitien in den Zimmern des Schloſſes vor den verſammelten Gäſten und erregten viel Bewundern.“
Von Briefen und Aeußerungen der Kurfürſtin, die— wie einige aus ſpäterer Zeit— Bedenkliches über den Prinzen enthalten, weiß man aus dieſen Jahren nichts. In der That, was Abſtoßendes in ihm lag, tritt erſt im vierzehnten, fünfzehnten Jahre ſeines Lebens hervor,— alsdann, wie es ſcheint, ganz unerwartet und zugleich ſo beängſtigend, wie nach ſchönen Frühlingstagen, an die man ſich gewöhnt hatte, ein Hagelſchauer, der die Blüthen zu zerſtören droht.
In unſerer Zeit aber, in den Jahren von 1698 bis 1701, iſt ſelbſt der Zug, der das ganze Leben hindurch vielleicht den herbſten Grundzug ſeines Weſens ausgemacht hat— ſeine Energie für Spar⸗ ſamkeit,— in keiner Weiſe ſtörend. Die erſte Andeutung des haushälteriſchen Sinnes des Prinzen fällt nach dem Bericht von Augenzeugen in die Zeit, da man einem Knaben die erſte männliche Kleidung anzulegen pflegt.
Der Kurfürſtliche Schneider kam und brachte Arbeiten, die für ihn gefertigt waren: ein Röckchen für den Prinzen, wenn er bei Hofe erſchien, und einen Hausrock. Jenen, bevor er ihn anpaſſen ließ, beſah der Prinz mit ziemlicher Zufriedenheit; er war im Geſchmack der Zeit nach Art der Hofkleidung. Da nichts gegen ihn einzuwenden war, ließ er ihn mit aller Gelaſſenheit ſich anlegen. Den Hausrock darauf, ein kleines Röckchen von gewebtem Gold und Silberſtoff, innen von Seide, reich ausgeſtattet und zart gearbeitet, ein Röckchen zu nichts als zum Putz und zur Bequemlichkeit für ihn,— der Prinz nahm es zur Hand, betrachtete es genau von allen Seiten. Dann aber, ohne ein Wort zu ſagen oder die Miene zu ändern, näherte er ſich dem Kamine, in welchem das Feuer praſſelte. Im Umſehen ſchlugen die Flammen um das Röckchen. 3
Es iſt eine untergeordnete Sphäre, in der er ſeinen Willen zeigt; ſie betrifft nichts als die Kleidung. Aber eine ganze Richtung des Sinnes liegt darin. Denen, die bei dem Vorfall zugegen geweſen ſind, hat er eine Lektion gegeben, die ſich auf vieles anwenden läßt.
Zu Anfang des Jahres 1697, alſo als der Prinz etwas über acht Jahre alt war, wurde das erſte Examen, damals noch unter dem Ephorus Cramer, abgehalten, das ihm ein bedeutendes Geldgeſchenk einbrachte, 50 Dukaten. Die Goldſtücke wurden ihm in einem zier⸗ lich genähten, reich bordirten Geldbeutel überreicht. Es ſcheint alles ſo eingerichtet geweſen zu ſein, wie man es einem Kinde zur Freude, zum Spiel des Augenblicks gewährt. Darauf wurde er in jedem Jahre wenigſtens einmal,— nach beſtandenem Examen, am Geburts⸗ tage oder am Weihnachtsfeſt, reichlich mit Geld beſchenkt. Und, wie ſich ſehr bald zeigte, es war in ſeiner Hand wohl aufgehoben.
Denn wie ein beſonnener Kaufmann führte er Buch und legte er Rechenſchaft über das Seine ab. Seit dem Jahre 1698 richtete er das Kaſſenbuch ordentlich ein, verzeichnete alles genau, hielt es in ſtrenger unausgeſetzter Ordnung,— hier die Einnahme, dort die Ausgabe, und am Schluß beides verglichen. Die Regelmäßigkeit der Arbeit war ihm kein Zwang, der beſtändige Gedanke daran war ihm Bedürfniß.
War der Prinz etwa geizig?— Ein geiziger Knabe hätte das Röckchen nicht verbrannt; er hätte es, wenn auch mit Aerger, benutzt. Ein geiziger Knabe würde nicht ſo viel für Arme und als Geſchenke weggegeben haben. Hier ſteht in dem Ausgabebuch:„einem Armen“; dort wieder. Hier und ſehr häufig:„in den Klingelbeutel, in die Armenbüchſe über Tafel.“ Er gibt bei dieſen Gelegenheiten nie unter einem Dukaten, zuweilen mehr.„Dem jungen Nesler habe ich geſchenkt 3 Dukaten; an einen alten armen Mann von 108 Jahren in Wuſterhauſen 3 Dukaten; an Madame Montbail für einen armen Franzoſen 6 Dukaten,“— dergleichen Ausgaben finden ſich faſt auf jeder Seite.
Ein Blick in das Ausgabebuch breitet das ganze heitere Treiben des Knaben vor uns aus. Viel giebt er als Trinkgelder weg, an Leute, die ihm Dienſte geleiſtet haben;„an des Herrn Markgrafen Chriſtian Ludwigs Jäger, der öfters mitgeritten und junge Füchſe geliefert; dem Kurfürſtlichen Falkonier nach etzlichen Jagden; den Kurfürſtlichen Jägern, ſo verſchiedene lebendige Haſen gebracht; dem alten, Kurfürſtlichen Jäger, der mit nach Wuſterhauſen geweſen,“ und dergleichen mehr. Der Prinz liebt ferner gymnaſtiſche und athletiſche Darſtellungen. Klopffechter läßt er auf das Schloß kommen; Schweizer läßt er wiederholentlich, einmal auch den„Engelſchen Koch“ vor ſich tanzen und bezahlt ſie reichlich. Auch das Fremde zieht ihn an. Dem moskowiter Dolmetſcher, der ihm vom jungen Czaren und ſeinem Lande erzählt, dem Türken der Kurfürſtin, der ihm ein Brett⸗ ſpiel vorſpielt, zahlt er freigebig. Bei ſeinen eigenen Vergnügungen benimmt er ſich generös. Jene Gänſe, die er in Lützenburg geſchoſſen, wiegt er mit einem Dukaten auf; als er im Kurfürſtlichen Garten die Muſchelgrotte mit ihren ſpringenden Waſſern beſucht, gibt er dem Grottenmeiſter zwei Dukaten. Vögel liebt er in ſeinem Zimmer. Drei weiße und ſechs graue Kanarienvögel, ein großer Vogelbauer ſtehen unter ſeinen Ausgaben hoch verzeichnet.
Andere Kinder werden mit Mühe angehalten, Einnahme und Ausgabe aufzuſchreiben; Kurprinz Friedrich Wilhelm that es aus freien Stücken. Wie ſehr er es mit Liebe that, ſieht man an der ſchönen Handſchrift, mit der alles geſchrieben iſt, ganz anders als in den Schulbüchern. Jede Notiz in dieſem Buche iſt wie eine Probe⸗ ſchrift. Andere Naturen, welche dieſe Ordnung in ihrem Einnahme⸗ und Ausgabeweſen einführen, gelangen dazu, wenn ſie älter ſind. Kurprinz Friedrich Wilhelm war neun Jahre fünf Monate alt, als er damit anfing. 3
Wenn man das Buch ſo eben zur Hand nimmt, empfängt man einen vorübergehenden Eindruck von Unordnung. Es ſind in der erſten Hälfte bei den Ausgaben die Daten nicht angegeben; ſelbſt die Jahres⸗ läufe 1698, 1699, 1700 und 1701 kann man nur aus dem Inhalt der Ausgaben, aus den von Zeit zu Zeit vermerkten Neujahrsgeſchen⸗ ken, die der Prinz an ſeine Leute vertheilt, erſehen. Im Jahre 1702 entſchließt er ſich plötzlich, die Daten auch zu den Ausgaben hinzuzu— fügen,— ein Entſchluß, den er in ſeiner durchgreifenden deutlichen Weiſe ausführt: denn er dreht das Buch bei dieſer Gelegenheit um und fängt es von hinten noch einmal an. Mit dieſem Jahre ändert ſich der Charakter der Ausgaben plötzlich. Piquenſtangen, Patron⸗ taſchen, Trommelſtöcke; Riemen und Felle; Gewehre und Degen⸗ quäſte; Löhnung für Tambours und Feuerwerker; Handwerkszeug zum Feſtungsbau, Zeughaus⸗Reparaturen in Wuſterhauſen; Kanonen, gepichte Granaten,— dergleichen Dinge ſpielen ſeitdem die Hauptrolle.


