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Lin Mintertag und eine Frühlingsnacht aus dem Vogelleben.
Ein Wintertag! Wie reich belebt in ſeiner kalten Ruhe von kleinem und kleinſtem Gevögel! Iſt das Bild nicht überfüllt? O nein, der Zeichner hat Recht. Als guter Vogelmaler muß er ja auch tüchti⸗ ger Beobachter ſein. Nicht nur die Zugzeit, auch der Winter ſchart die Vögel in hellen Haufen zuſammen. Schauen wir ſie uns näher an, ſo erkennen wir gleich rechts unten im Vor⸗ dergrunde den mun⸗
ertragen können.“ Warum ſollen z. B. die Schwalben, deren Blut
in Folge raſtloſer Flugbewegung ſicher nicht langſamer und kälter fließt, als das des Zaunkönigs und der noch kleineren Gold⸗ hähnchen, leichter erfrieren, als dieſe, die kleinſten der europäiſchen Vögel?
Es iſt vielmehr hauptſächlich das Vor⸗ handenſein oder der
tern Zaunkönig, der keck und wohlgemuth, wie ſeine Weiſe iſt, das noch übrige beſchneite Laub nach einer Spinne oder einem andern In⸗ ſekt durchſpäht, das ſeine großen glänzen⸗ den Augen bald finden werden. Den übrigen Theil des Vorder⸗ grundes und den Mittelgrund nehmen Spatzen, Ammern, Meiſen, eine Hecken⸗ braunelle und andre Wintergäſte ein. Sind ſie auch nicht gerade ſo aufgeräumt, wie der kleinſte unter ihnen, der Zaunkönig,— der, wäre grade ein Son⸗ nenſtrahl bei der Hand, trotz Schnee und Kälte ſein wunderbar kräfti⸗ ges Liedchen ſchmettern würde ſo ſcheint ihnen, nach eingenom⸗ mener frugaler Mahl⸗ zeit, wie ſie die Jahres⸗ zeit mit ſich bringt, doch auch nicht gerade unge⸗ müthlich zu ſein: die Mehrzahl, die dünnen Füße in das warme Federkleid gehüllt, hält offenbar Sieſta und träumt von dem ver⸗ gangenen oder plaudert von dem kommenden Lenz. Nur einige ſtets bewegliche Meiſen die im Mittelgrunde an der Unterſeite eines Zweiges nach Raupen⸗.
eiern ſuchende iſt die größeſte ihrer Familie, die kräftige Kohl⸗ meiſe,— machen eine Ausnahme, da ſie, wie alle Inſektenfreſſer, den größten Theil ihres dem Menſchen ſo nützlichen Lebens zum Aufſuchen ihrer kleinen und leicht verdaulichen Nahrung verwenden müſſen.
Wie wunderbar mitten im Winter dies Leben! Und daß unter dieſen befiederten Wintergäſten ſo viele der kleinen und kleinſten ſind, wie wunderbar!
Und endlich warum gerade dieſe und nicht noch viele andere, größere, ſtärkere, die ſcheinbar viel beſſer ausgerüſtet ſind für das Ertragen der Winterſtrapazen?
Nun vor allen Dingen, die Kälte an ſich iſt es nicht, welche eine ſo große Anzahl von unſern Vögeln nach wärmern Ländern
treibt, und die„zarten“ ſind nicht gerade ſolche,„die keine Kälte
Mangelan Nahrung, was die Vögel überall zu Stand⸗Strich⸗ oder Zugvögeln macht. Unſre Schwal⸗ ben kommen bei anhal⸗ tend naßkaltem, ſtürmi⸗ ſchem Wetter und bei einer Temperatur, die ſie ſonſt ſehr wohl ertra⸗ gen, zu Millionen um, weil ſolche Witterung die fliegenden Inſekten aus der Luft in Ver⸗ ſtecke treibt, wo die ar⸗ menSchwalben ſienicht aufzufinden wiſſen; ſie erfrieren dann nicht, ſie verhungern. Wiſſen wir alſo, welche beſon⸗ dere Art von Nahrung die göttliche Allweisheit den einzelnen Vögelar⸗ ten angewieſen hat und ob ſich jene im Winter bei uns findet, ſo kön⸗ nen wir mit größter Sicherheit beſtimmen, welche Arten bei uns bleiben können oder auswandern müſſen, falls ſie nicht zu Grunde gehn ſollen.
Die Inſekten— das Wort im alten, weiten Sinne genom⸗ men,— verſchwinden im Winter aus der Luft, ſterben oder ver⸗ kriechen ſich in Erd⸗, Fels⸗ und Baumöff⸗ nungen, Ritzen, Spal⸗ ten, unter das gefallene Laub u. ſ. w. Von der großen Familie der in⸗ ſektenfreſſenden Vögel müſſen alſo alle jene Arten auswandern, welche ſich von fliegenden Inſekten ernähren, die ſie in der Luft fangen oder auf und unter dem Laube an Baum, Strauch und Erdboden aufſuchen, alſo die Schwalben, Fliegenſchnäpper, Rothſchwänze, Erdſänger(Nachtigal ꝛc.), Bachſtelzen, Pie⸗ per, Laubvögel, Rohrſänger, Grasmücken u. ſ. w. Fer⸗ ner die von kriechenden Inſekten und Larven lebenden, welche dieſe Nahrung am Erdboden, unter altem Laube oder aus der Erde her⸗ vorziehen: ſie müſſen wandern, ſobald dieſe ihnen unzugänglich wird, ſobald namentlich der Erdboden vom Froſte hart oder von Schnee bedeckt wird.
Dazu gehören die Staaren, Dohlen, Saatkrähen u. ſ. w. Sodann auch manche Geſäme⸗ und Körnerfreſſer, welche ihre Nahrung vom Erdboden oder niedrigen im Winter ſchnee⸗
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