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lernen, muß man den Gau durchwandern und die Punkte aufſuchen, welche die ſchönſten Ausſichten und Einblicke bieten. Sehr vortheilhaft erſcheint das Ries von den ſüdlich und ſüdweſtlich gelegenen Anhöhen, zumal bei Abendbeleuchtung, weil hier das terraſſenartig aufſteigende Wallerſtein mit den fürſtlichen Schlöſſern und dem bräunlichgrauen Felſen, auf dem die alte Grafenburg ſtand, glänzend hervortritt. Wer ſich kurze Zeit in Nördlingen aufhält, der hat einen lohnenden Blick von der nahgelegenen Marienhöhe. Bei Harburg iſt der„kahle Bock“ zu empfehlen, eine Höhe, wo dem Auge zunächſt Thal und Hügel in reizender Abwechſelung entgegenſchauen und die fernere Ebene gekürzt — kurzweiliger erſcheint. Von den höchſten Punkten der Gegend, dem nördlich in das Ries hereinragenden, aber nicht mehr zu ihm gehörenden Heſſelberg, dem Nipf bei Bopfingen und beſonders auch von dem fürſtlich wallerſteinſchen Schloß Baldern, das gleichfalls außerhalb des Rieſes liegt, hat man entſprechend reichere, prächtigere Fernſichten.
Die eigentlich romantiſche Partie der Landſchaft iſt das Kar⸗ thäuſerthal. Man geht von Nördlingen ſüdweſtlich über die Hügel, auf welchen im dreißigjährigen Krieg die Kaiſerlichen gegen die Schweden den berühmten Sieg gewannen, nach dem Dorfe Hürnheim und wandert von da, an den Ruinen Niederhaus und Hochhaus vor⸗ über, in ein enges Thal, das von bewaldeten felſigen Höhen umgeben iſt. Am Ende deſſelben, wo ſich dieſe zuſammenſchließen, an dem verborgenſten Punkt, der im Ries zu finden war, lag ehedem ein Karthäuſerkloſter, von welchem die kleine gothiſche Kirche und die Wirthſchaftsgebäude noch ſtehen. Nahe hinter der Kirche quillt die breite, klare Quelle des Forellenbaches, der durch das Thal rinnt und ſchon in ſeinem nächſten Laufe Mühlen treibt. Es herrſcht in dieſem Winkel des Gaues eine Einſamkeit und Stille, die auf den aus der weiten Ebene Hergewanderten doppelt wohlthuend wirkt. Das Grün des herrlichen Laubwaldes und der üppigen Wieſe labt ſein Auge, und wenn das Thal im Frühling von den Stimmen der Vögel belebt iſt, ſo kann's nicht leicht irgendwo lieblicher und heim⸗ licher ſein.
Seitdem man ſo leicht in Gebirgsgegenden gelangen kann, vor deren Erhabenheit und Pracht alles verſchwindet, was in einer Ebene mit mäßigen Höhen zu ſehen iſt, pflegt man geringſchätziger über pittoreske Schönheiten zu urtheilen, wie ſie auch das Ries zu bieten vermag. Dennoch glaube ich fühlbar gemacht zu haben, daß ein Bewohner des Gaues, wenn ihn die Natur mit einem empfindenden Auge begabt hat, durch gar manche Anſchauung mit Luſt und Stolz erfüllt werden kann. Kommt es doch bei aller Schönheit auf das Verlangen und den Glauben desjenigen an, der ſie würdigen ſoll! So hat mir einſt ein Berliner den Vorzug der märkiſchen Landſchaft vor der italieniſchen klar zu nlachen geſucht und namentlich hervor⸗ gehoben, daß jene mehr„Innigkeit“ beſitze. Nach dieſem Beiſpiel glaube ich die maleriſchen Reize des Rieſes meinerſeits aufrecht er⸗ halten zu können.
Ein Vorzug bleibt unſerer Ebene unbeſtritten: ſie gehört zu den fruchtbarſten Geländen in Deutſchland. Wie uns ein Kenner ſagt, liegt der Grund davon in dem verhältnißmäßig großen Kali⸗ gehalt des Lehms, aus welchem die Dammerde entſtanden iſt. Da indeß, namentlich von der Nördlinger, unlängſt prächtig erweiterter Schranne hinweg, bedeutende Mengen Getreide ausgeführt werden, ſo möchte die Ergiebigkeit auch dieſes Bodens endlich nachlaſſen, wenn man verſäumte, durch kalihaltigen Mineraldünger und Phosphate den Ausfall zu decken.
Es iſt nicht leicht, den eigentlichen Rieſer, d. h. den Stamm, der den Grundſtock der Bevölkerung bildet, im Unterſchied von ſeinen Nachbarn zu charakteriſiren. Ich muß immer wieder darauf zurück⸗ kommen, daß die ſchwäbiſche Natur und zwar nicht zu ihrem Nach⸗ theil, hier einige fränkiſche Elemente in ſich aufgenommen hat. Etwas „Feinfühlendes“ wollte ein Künſtler, mit dem ich einmal die Gegend durchwanderte, in dem Landvolk erkennen. Und wenn in der That dem ſchwäbiſchen Stamm beſonders eigen iſt, was man„Gemüth“ nennt, aber nicht immer die entſprechende Offenheit, ſo darf ſich der Rieſer, wie ich glaube, eines aufgeſchloſſenen Gemüthes rühmen. Er hat zur ſchwäbiſchen Innerlichkeit etwas von der fränkiſchen Artigkeit und fröhlichen Hingebung erworben, und gewiſſe ſtarre, zornmüthige, rechthaberiſche Exemplare kommen hier ſeltener vor, als im Stock⸗ ſchwabenland. Bei ſeinem Beſtreben, zu gefallen, einen guten Ein⸗ druck zu machen, tritt in dem Bewohner oft eine gewinnende, natür⸗
haften Begriff.
liche Herzlichkeit hervor. Die Stimme zumal der Frauen und Mädchen bekommt durch heitre Gutmüthigkeit einen honigſüßen Klang; und wenn dies freilich unter ähnlicher Vorausſetzung in allen Ländern und Sprachen der Fall iſt, ſo kenne ich doch verſchiedene Gauen unſres Vaterlandes, wo mir der Ton auch von ſchönen Lippen theils trocke⸗ ner, theils rauher geklungen hat.
Die Rieſer Landbevölkerung iſt fleißig con amore, ſparſam und ſtrebſam. Die Einzelnen trachten emporzukommen an Beſitz und allmählich auch an Cultur. Sie halten in ihrer Erſcheinung auf Anſtand, zeigen aber zum eigentlichen Prunk, im Unterſchied von ſüdlicher angeſeſſenen Bauern, nur wenig Neigung. Von dem rohen Uebermuth, zu dem ſich die Reichen annoch in Niederbayern hinreißen laſſen, findet ſich hier keine Spur.
Die Kleidung kann der geborne Rieſer, der dieſes ſchreibt, nicht anders als hübſch finden, zumal jetzt, wo die Wandelungen, denen ſich auch der Anzug des Landvolks nicht ganz entziehen kann, beim weib⸗ lichen Geſchlecht offenbar zu einer größeren Zierlichkeit geführt haben, indem die Form glücklicherweiſe über die Maſſe den Sieg davon trug.
Die wahre Tracht der Dorfleute iſt die feſttägliche. Wer an einem Werktag auf der Eiſenbahn durch die Ebene fährt und die Leute bei der Feldarbeit ſieht, macht ſich von der Kleidung leicht einen falſchen und namentlich von der weiblichen einen viel zu unvortheil⸗ Es ſind der Mehrzahl nach Mägde und geringer Leute Weiber und Töchter, die er auf dem Acker erblickt, und dieſe haben in Sommer⸗ oder Herbſtzeiten bei nicht immer ganz reinlicher
Beſchäftigung ihr unſcheinbarſtes Gewand und überdies nur die un⸗-
entbehrlichſten Stücke davon an. Die Mannsbilder, wenn ſie den Schaufelhut behalten, haben an warmen Tagen doch mehrfach ſchon die Lederhoſen mit den langen Zwilchhoſen vertauſcht; und wo dies nicht der Fall iſt, erblicken wir öfters das uniformirende blaue Fuhr⸗ mannshemd. Da mangelt denn freilich nicht nur Schönheit, ſondern auch Eigenthümlichkeit!
Man muß die Leute an Feiertagen ſchauen, wenn ſie in die Kirche gehen, oder Nachmittags, wenn ſie luſtwandeln und ſich be⸗ ſuchen, in Nördlingen oder einer andern Stadt des Gaues, nament⸗ lich aber beim Tanz auf Hochzeiten und Kirchweihen,— dann wird man die vollſtändige und richtige Vorſtellung bekommen.
Der Bauerburſch, wenn er im Staat iſt, trägt eng anliegende, makellos ſchwarze hirſchlederne Hoſen und hohe, übers Knie hinauf⸗ gehende, ebenfalls eng anliegende Stiefel. Die Weſte oder das „Leible“ iſt meiſt von Mancheſter, ſchwarzem oder buntem, und ganz zu⸗ geknöpft, das Halstuch von Seide und großentheils von dem liegenden Hemdkragen bedeckt. Bei feierlichen Gelegenheiten wird der ſchwarze Barchentkittel angezogen und der gleichfarbige Schaufelhut aufgeſetzt, welcher hinten ſpitz und vorn ſo aufgekrämpt iſt, daß er im ganzen doch eine Art Dreieck bildet. Da der wenig gebrauchte, wollige Barchentrock tuchähnlich erſcheint, ſo iſt nicht zu verkennen, daß der wohlgewachſene Burſch in ihm ein ſtattliches Anſehen hat, und man begreift, wie leicht das liebende Bauernmädchen die Meinung erlangt: ſchöner und„fürnehmer“ könne man überhaupt nicht ausſehen!
Zur feſttäglichen Unterhaltung, zum Gang ins Wirthshaus oder auch„über Feld“ vertauſcht der junge Mann den Kittel mit der Juppe(Jacke) und den Hut mit der Pelzkappe. Bei der Juppe war ſonſt auch Mancheſter beliebt; und es läßt ſich nicht läugnen, daß dunkelgrüner oder ſchwarzer mit verſilberten Knöpfen ſich gar ſchön ausnahm. Gegenwärtig zieht man dunkelblaues Tuch vor, und der Burſche braucht nicht eben reich zu ſein, um ſich dazu feines anzu— ſchaffen. Die Pelzkappe iſt ſich gleich geblieben. Den Pelz liefert die Fiſchotter, der vordere Theil, der die Stirne bedeckt, überragt den andern und iſt um ſo höher, je mehr der Mann gilt oder gelten will. Denkt man ſich eine ſolche Kappe— von dunkelgrünem Sammt mit ſeidener Quaſte, den der Pelz umrahmt— flott auf-, nämlich ein wenig aufs rechte Ohr geſetzt, und gibt man dem Burſchen den brau nen, reich mit Silber heſchlagenen Ulmer Pfeifenkopf in den Mund, ſo leuchtet ein, daß er auch in dieſer Verwandlung nicht nur ſeiner Heliebten, ſondern jedem wohlwollendem Auge gefallen muß.
Offenbar nimmt ſich ſo Einer neben dem einen und andern dörflichen Handwerker, der ſich ſtädtiſch kleidet, aber nach Schnitt und Qualität des Stoffes natürlich hinter ſeinem Muſter zurückbleibt, ungleich vortheilhafter aus. Denn ihm iſt alles angepaßt; auch die blaue Jacke ſitzt ihm gut, und die bäuerliche Geſtalt entſpricht ihrem Ideal, während jene andere manches zu wünſchen übrig läßt.


