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Auslandes.
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1802.
Erſcheint alle 32 Tage in Lieferungen Man abonnirt auf 3 Hefte für 1
Die
von 16 großen Quart⸗Bogen zum Preiſe von 10 Sgr. Thlr. bei allen Buchhandlungen und Poſt⸗Anſtalten.
N 7.
ſchwarze Bande.
Lin Noman aus der Nachtſeite der modernen Geſellſchaft von
Lady Caroline Lascelles. Aus dem Amerikaniſchen.
Vorwort des Ueberſetzers.
Vor etwa zehn bis zwölf Jahren waren alle engliſchen Blätter mit zahlreichen Berichten von großartigen Diebſtäh⸗ len, Einbrüchen und Betrügereien angefüllt, welche mit un⸗ glaublicher Keckheit und Schlauheit in Ausführung gebracht 1 wurden. Das Merkwürdige dabei war, daß es der ſonſt ſo gewandten und ſcharfſichtigen Londoner Polizei nicht gelingen
wollte, den Urhebern auf die Spur zu kommen. Die Reſul⸗ tate ihrer Nachforſchungen ließen aber keinen Zweifel darüber, V daß man es mit einer wohlorganiſirten und mit hoher Intel⸗ ligenz geleiteten Verbrecherbande zu thun habe, die, wie man allgemein behauptete, ihre Mitglieder und Affilüirten aus allen Schichten der Geſellſchaft bis zur hohen Ariſtokratie hinauf rekrutirte. Man nannte dieſe Verbindung die„ſchwarze Bande.“ Die vorliegende Erzählung iſt deshalb. keine bloße Dichtung, ſie hat vielmehr einen feſten hiſtoriſchen Kern und enthält Thatſachen, die durch die ſpäteren Entdeckungen der geheimen Londoner Polizei außer allen Zweifel geſtellt wurden. Die ſchwarze Bande exiſtirt auch heute noch. Nachdem 3 ſie eine Zeit lang viele Geſchäftshäuſer und Privatperſonen auf dem Continent mit ihren Schwindeleien in Contribution geſſetzt, iſt ſie neuerdings wieder mit kühneren Unternehmun⸗ gen hervorgetreten. Mehrere großartige Juwelendiebſtähle im ſüdlichen Frankreich, die geheimnißvolle Entwendung der Rothſchild'ſchen Silberbarren auf der Ueberfahrt von Belgien
den der Londoner Polizei am hellen Tage und auf offener „Straße, ſind ihr Werk. 3 Alle dieſe Vorgänge laſſen das lebhafte Intereſſe, wel⸗ ſches der vorliegende Roman in England erregt hat, erklärlich erſcheinen, und wir dürfen wohl hoffen, daß der jedenfalls ſehr pikante Stoff auch die deutſchen Leſer anziehen werde.
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Auf dem Maskenball.
Die Uhr von St.⸗Clement⸗Danes ſchlug in der Nacht vom 2. December 1852 dreiviertel Mann von hoher Geſtalt, welcher in einen weiten Mantel gehült war und einen großen Theil des Geſichtes unter einem breitkrämpigen Hut verbarg, einen Miethwagen anrief und dem Kutſcher beim Einſteigen befahl, zum Drurylane⸗ Theater zu fahren.
Roman⸗Magazin des Auslandes. 1867. Lief. 7.— 1.
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19 nach England, und die Befreiung eines Diebes aus den Hän⸗
auf Zwölf, als ein
In fünf Minuten befand ſich der Wagen am Eingang des Theaters, deſſen Umgebung mit Equipagen, maskirten Perſonen und lärmenden, zum Theil betrunkenen Zuſchauern angefüllt war. Der junge Mann ſprang heraus, bezahlte den Kutſcher und drängte ſich durch die Menge in die Vor⸗ halle, wo er ſein Billet abgab, in der Garderobe Hut und Mantel ablegte und dann ſeinen Weg auf die Bühne nahm, wo getanzt wurde. Er trug einen einfachen Frack und eine kleine Sammetmaske, war ſchlank und zierlich gebaut, und ſeine Bewegungen verriethen Leichtigkeit und Gewandt⸗ heit. Sein Haar, das er ſehr lang trug, hatte eine röth⸗ lichbraune Farbe, aber ſeine Augen, welche unter der Maske hervorleuchteten, waren ſchwarz wie die Nacht. Als er auf die Bühne trat, nahm ſein ganzes Weſen eine Veränderung an. Er ging nicht mehr mit raſchem Schritte einher, ſon⸗ dern ſchlenderte langſam durch die Reihen der Tänzer, indem er von Zeit zu Zeit nachläſſig ſein Opernglas erhob und ſich wie Einer, der ſich langweilt, die bunte Menge anſah.
An ſeinem ſchwarzen, aber modiſchen Anzuge befand ſich nur eine Eigenthümlichkeit. Es war dies ein ſchmaler Strei⸗ fen ſchwarzen Krepps, der um ſein linkes Handgelenk befe⸗ ſtigt und mit einer Schleife geknüpft war.
Er tanzte nicht, ſondern lehnte ſich an einen Pfeiler der Seitenlogen, zog eine kleine goldene Uhr hervor und ſah nach der Zeit. Es fehlten noch fünf Minuten auf zwölf Uhr.
Während der Mann mit dem röthlichen Haare dies that, wurde er von zwei anderen Männern auf der entgegengeſetz⸗ ten Seite der Bühne ſcharf beobachtet. Einer von dieſen war
als Bauer, der andere als Matroſe verkleidet, beide aber V trugen einen ſchwarzen Kreppſtreifen um das linke Handge⸗ lenk. Mehrere andere Männer. ſchienen jetzt ebenfalls den V Fremden an dem Pfeiler wahrgenommen zu haben, denn ſie verließen den Tanz und ſtellten ſich in einiger Entfernung von ihm auf.
Als es Zwölf ſchlug, drängten ſich der Bauer, der Matroſe und fünf andere Männer, welche ſämmtlich verſchie⸗ denartig maskirt waren und den ſchwarzen Kreppſtreifen am linken Handgelenk trugen, umgaben den Mann mit dem röthlichen Haar.
„Gut,“ ſagte dieſer,„es ſind Euer Sieben, aber ich be⸗ Capitän Davis, den Lieutenant Mor⸗ Ihr Uebrigen könnt
darf jetzt nur Drei, den riſon und den Corporal Pierce.
V gehen.“
Bei dieſen Worten entfernten ſich vier von den Män⸗ Tänzer.
nern und miſchten ſich wieder unter die 8 II. 1
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durch die Reihen der Tänzer und
Die drei


