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ſchwerlich von einer anderen auf uns gekommenen Schöpfung der alten Welt übertroffen und ſicher von keiner Arbeit der Renaiſſance erreicht wird. Den erhaben gearbeiteten Rand eines großen Tel⸗ lers bilden köſtliche Arabesken von Blattwerk, zwiſchen denen Vögel, Käfer und Schmetterlinge herumfliegen. Von drei flachen Trinkſchalen ſind zwei mit reichem, aber nur wenig hervortreten⸗ dem Blätterſchmuck, eine andere, ungleich werthvollere mit einem Löwenfell ſowie mit Thier⸗ und Menſchenköpfen verziert. Durch große Einfachheit zeichnet ſich ein anderes nur mit einem Lorbeer⸗ kranze geſchmücktes Trinkgefäß aus. Auf den bandartigen Rän⸗ dern von fünf anderen flachen Trinkſchalen ſehen wir rankende Pflanzen mit emaillirten Bändern eingravirt. Ein ganz eigen⸗ thümliches Stück der Sammlung, der Form nach ein nach oben ſich erweiternder Cylinder und etwa achtzehn Zoll hoch, zeigt Bil— der von Pferden und wilden Ebern.
Die handwerksmäßige Arbeit an dieſen Silberſachen iſt durch⸗ aus die der Zeit, in welche Wieſeler im Einklang mit den Pro⸗ feſſoren Benndorf, Unger und Sauppe die Herkunft derſelben ver⸗ legt. Es ſind theils gegoſſene, theils gehämmerte und theils eiſelirte, theils getriebene Werke. Zu den ciſelirten gehören die meiſten und die ſchönſten Trinkbecher ſowie die oben geſchilderte große Vaſe, die jedenfalls ein ſogenannter Krater, d. h. ein Ge⸗ fäß war, in dem man den Wein miſchte. Bei dieſem Miſchkrug ſowie bei verſchiedenen Bechern iſt jetzt die äußere Schale von dem maſſiven Einſatz, mit dem ſie gefüttert war, getrennt, indem das ſie verbindende Blei ſich in der Erde aufgelöſt hat. Dieſes Ver⸗ fahren bei der Herſtellung iſt ganz daſſelbe, welches man von den bei Bernay und in Pompeji gefundenen antiken Silbergefäßen bemerkt hat.
Hiermit iſt erſchöpft, was ſich für den Urſprung des Hildes⸗ heimer Schatzes im Alterthum ſagen läßt. Es genügt, um den⸗ ſelben für feſtgeſtellt zu halten. Die gefundenen Gegenſtände ge⸗ hören zu einem Tafelſervice, welches moderner Sitte und modernem Bedürfniß mit ſeinem Dreifuß, ſeinem Kandelaber, ſeinen maſſiven Caſſerolen und Anderem nicht entſpricht. Die Ornamente und Darſtellungen der Reliefs fallen ausnahmslos in das Bereich der antiken Kunſt und Mythologie. Die lateiniſchen Inſchriften weiſen auf den Gebrauch römiſcher Werkſtätten hin. Die hohe Kunſt, die ſich in dem Stil der Figuren und Arabesken ſowie in der Handhabung der Silbertechnik ausſpricht, läßt wenigſtens bei einigen der beſten Stücke auf griechiſche Meiſter der Zeit des Auguſtus oder Tiberius ſchließen.
Da ferner, wie bei der Ausgrabung zweifellos feſtgeſtellt wurde, die ſorgfältig zuſammengelegten Theile des Schatzes ſich in keinerlei Baulichkeit befunden haben, ſo ſind dieſelben zum Zwecke heimlicher Aufbewahrung vergraben geweſen. Endlich ſprechen verſchiedene Gründe dafür, daß die Niederlegung derſelben nicht ſpäter als im Alterthum ſtattgefunden hat. Es wäre ſonach möglich, daß der Schatz wirklich von der Schlacht im Teutoburger Walde, der nur wenige Meilen von Hildesheim entfernt iſt, her⸗
rührte, daß er ein Theil des Tafel⸗ und Küchengeräths des
Varus und die dem Arminius bei jener Gelegenheit zugefallene Beute wäre.
Die Fürſten der Germanen liebten es, einen Hort zu haben. Häufig wurden ſolche Schätze in der Zeit der Völkerwanderung vergraben. Oft werden in den Heldenſagen geheimnißvolle Schätze erwähnt, ſo der Schatz Fafnir's in der Edda, der Nibelungenhort, der Drachenſchatz, welcher Beowulf den Tod brachte. Mit Begier
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ſtrebten die Gegner der Beſitzer ſolcher Reichthümer nach denſelben. Das Erſte, was Agilulf, der Longobardenkönig, that, als er den aufſtändiſchen Herzog Gaidulf bezwungen, war, daß er ihm ſeinen Schatz nahm, den er auf einer Inſel des Comer Sees verborgen. Unter den Friedensvorſchlägen, welche Kaiſer Juſtinian dem Gothen⸗ könig Vitigis machte, iſt auch der, daß dieſer ſeinen Schatz mit dem Kaiſer theilen ſoll. Der Frankenkönigin Brunhilde wurde nach dem Tode ihres Gemahls von dem Nachfolger vor Allem ihr Schatz genommen.
Es iſt nicht undenkbar, daß Hermann der Cherusker oder einer ſeiner Angehörigen aus irgendwelchem Grunde, in Bedräng⸗ niß, aus Mißtrauen und dergleichen den ihm zugefallenen Antheil an der Beute der Schlacht, in der Varus und ſeine Legionen der Wucht der vereinigten nordweſtlichen Germanen erlagen, der Erde anvertraut hat. Es wäre ferner möglich, daß dies in der Nähe von Hildesheim geſchehen wäre, bis wohin ſich das Gebiet der Cherusker erſtreckt haben mag, und wo die frühzeitige Gründung einer Kirche vielleicht darauf zu ſchließen geſtattet, daß hier einſt ein altes Heiligthum der heidniſchen Germanen oder ſonſt ein Verſammlungsort von Bedeutung ſtand.
Die Phantaſie kann darauf weiter bauen.
Vorher aber hat der Verſtand noch ein nicht unerhebliches Hinderniß zu bewältigen. Ein kleines Pergamentſtückchen, welches in einem der Gefäße des Galgenbergs gefunden worden ſein ſoll, rückt, falls es echt iſt und wirklich enthält, was man auf ihm leſen will, zwar nicht die Entſtehungszeit des Schatzes, wohl aber die Zeit, wo er vergraben wurde, ſofort aus dem Alterthume über das Mittelalter hinweg in eine verhältnißmäßig nicht ſehr ent⸗ fernte Zeit. Auf dieſem verhängnißvollen Fetzen Thierhaut wurde nämlich, für gewöhnliche profane Alltagsaugen zwar kaum erkenn⸗ bar, für geübten Gelehrtenblick aber faſt unzweifelhaft, das Wort „Herzog“ und dabei ein„U“ entdeckt, und das wieſe auf den Herzog Ulrich von Braunſchweig hin, der vor circa dreihundert Jahren einmal in der Gegend von Hildesheim lagerte. Nur wäre dann wunderbar, daß damals vom Verſchwinden eines ſo bedeutenden Schatzes nichts ruchtbar geworden ſein ſollte.
Bis auf weitere Unterſuchung dürfen wir alſo wohl noch an die Möglichkeit glauben, daß die Ueberſchrift unſeres Berichts von dem denkwürdigſten Funde antiker Silbergeräthe, der ſeit Menſchen⸗ gedenken gemacht worden iſt, wenigſtens annähernd auf Richtigkeit Anſpruch hat.
Sei dem aber auch anders, Eins ſteht feſt, daß der Hildes⸗ heimer Fund kein Product der Renaiſſance oder irgend einer ſpätern Zeit, ſondern altrömiſchen Urſprungs und zwar aus der alleredelſten Periode des römiſchen Kunſthandwerks iſt, und daran knüpft ſich eine Erwartung, die in das praktiſche Gebiet hineinſchlägt.
Es kann kaum ausbleiben, daß dieſer Fund auf die Ent⸗ wickelung unſres heutigen deutſchen Kunſthandwerks erheblichen Einfluß übt. Nicht nur den Goldſchmieden, ſondern auch anderen Handwerkern, Töpfern und Bronzearbeitern z. B., liegen hier Muſter von Gefäßformen und Ornamenten vor, wie man ſie ſo ſchön in Deutſchland noch nicht geſehen hat. Durch Photographien und Abgüſſe, namentlich aber durch Holzſchnitte, wie wir hier zwei von den beſten Stücken des Schatzes gegeben haben, werden dieſe Schätze ſehr bald allgemein bekannt werden, und es iſt nicht zu bezweifeln, daß der deutſche Geſchmack nach Verlauf einiger Zeit die Anregung erkennen laſſen wird, die dieſe wahrhaft herrlichen Vorbilder ihm bieten werden. M. B.
Blätter und Blüthen.
Erklärung. Auf meine in Nr. 37 der Gartenlaube abgedruckte
Feutlletonnotiz:„Schiller's Gedichte“ hat der Buchhändler Hempel eine
Schmähſchrift veröffentlicht, deren Ton jede Erwiderung von vornherein Er widerlegt darin mit keiner Silbe den ihm gemachten Vor⸗ wurf: unſittliche und von Schiller ſtets verworfene Gedichte in ſeine für das Voll beſtimmte Nationalbibliothek aufgenommen zu haben, und
ich kann deshalb meine Aufforderung, daß der Hempel'ſchen Ausgabe der
Schiller'ſchen Gedichte der Eingang in jedes deutſche Haus, in jede deutſche Familie gewehrt werde— eine Aufforderung, die mir ſo viele beiſtimmende Zuſchriften eingetragen— heute nur wieder holen. Kein um die Sittlichkeit ſeiner Kinder bekümmerter Familienvater ranm und wird den Hempel'ſchen Schiller in die Hände ſeiner Tochter egen.
Im Uebrigen verbietet die Gewiſſenloſigkeit des Angriffs jede weitere Antwort. Derſelbe Buchhändler Hempel, der mich in ſeiner Schmähſchrift
als Ueberſetzer der Demimonde Literatur hinſtellt, der mich als einen von der Cotta'ſchen Buchhandlung Beſtochenen zu brandmarken ſucht, der mich von ſeinem Helfershelfer als„bornirt und blödſinnig“ bezeichnen läßt, derſelbe Herr fordert mich unterm 2. Januar d. J. in einer eigenhändigen und mehr als höflichen Zuſchrift auf, mich an der Herausgabe der Natio⸗ nalbibliothek zu betheiligen, und ſchließt dieſen von mir nie beantwor⸗ teten Brief mit den Worten:„Die Gelegenheit benutzend, die Geſinnungen meiner hohen und aufrichtigen Verehrung gegen Sie auszuſprechen, ver⸗ harre ꝛc. ꝛc.“— Paßt hier nicht der bekannte Ausſpruch Friedrichs des Großen nach der Schlacht bei Zorndorf hin:„Und mit ꝛc. 2c.“* Leipzig, den 18. November 1868. A. Diezmann.
Inſtinct oder Ueberlegung. Die Gartenlanbe hat ſchon oft in ihren„Blättern und Blüthen“ Beiträge zu der Frage über die geiſtigen Fähigkeiten der Thiere gebracht, Belege, daß auch bei Thieren, die auf
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