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An dem Perghang unter den Nuinen der liegen die Reſte der Stammburg des Stein'ſchen Hauſes. In ihren Umgebungen auf„dem Stein“ war man gegen Ende der ſiebenziger Jahre des vorigen Jahrhunderts geſchäftig, die Schön
Burg Naſſau
heiten der Natur noch durch Kunſtanlagen zu , 4 5
Seele
erhöhen. Die dieſer Arbeiten war die Mutter unſeres gefeierten Staats mannes, deren Bildniß, in den Sälen des Familienſchloſſes in Naſſau aufbewahrt, das Gepräge einer hohen Frau trägt, ge⸗ ſchaffen und würdig die Mutter eines ſolchen Sohnes zu ſein. Um die Burgruinen, wo an den moos⸗ und epheubewachſenen Mauern hin Laubgänge von Fruchtbäumen angelegt waren, ſchuf ſie neue herrliche Spaziergänge und Pavillons, von denen man die ſchönſten Ausſichten auf die Lahn, ihre Thäler und Berge genoß.
Einer dieſer Pavillons, ein Neſt wohl noch jener Anlagen, nimmt auf einem Vorſprunge der Höhe die Stelle ein, die zur Errichtung eines Steindenkmals beſtimmt iſt, dem er den Platz räumen wird. Die naſſauiſchen Landsleute Stein's, die zuerſt im Herbſt 1857, an ſeinem hundertjährigen Geburtsfeſte, den Entſchluß faßten, Deutſchland aufzurufen zur Errichtung eines
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47 bedurfte es ohnehin eines architektoniſchen Schutzes gegen die Unbill der winterlichen Witterung. Baurath Zais ⸗hat den gothiſchen Ueberbau entworfen, der zu dieſem Schirmdache für die Statue beſtimmt iſt. Er war urſprünglich noch größer, thurmartiger an⸗ gelegt; allein die leidige Unzulänglichkeit der Mittel nöthigte zu beſcheidener Beſchränkung. Dieſe größere Einfachheit muß indeſſen dem neun und einen halben Fuß hohen Standbilde entſchieden zu Gute kommen, das ſich in der Mitte der weiteren Bogenöff⸗ nungen zwiſchen den ſchlankeren Eckpfeilern um ſo wirkungsvoller herausheben wird. Die Werke des architektoniſchen Kunſtveteranen und des jugendlichen Bildhauers, Pfuhl in Berlin, werden ſich, wie ſie im einträchtigen Verſtändniß entworfen ſind, ausgeführt in eben ſo erfreulicher Uebereinſtimmung verbinden undeergänzen; die photographiſche Anſicht, die wir abbilden, 55 Leine ungefähre Vorſtellung davon geben. Das Werk, wenn vollendet, wird der reizenden Gegend zur neuen Zierde gereichen; es wird Lein An⸗ ziehungspunkt für die Tauſende von Gäſten weyden, die jähxlich das nur fünfzehn Minuten entfernte Ems beſuchen. Möchte nun
Denkmals
für den großen Mann, gingen von der Ueber⸗ zeugung aus, daß Stein's Heimath die berechtigtſte Stelle ſei für ein eigentlich nationales, von allen deutſchen Stämmen
gemeinſam erhöhtes Monument zu Ehren des Staatsmannes, deſſen gewaltige Thaten, deſſen Beſtrebungen für die Unabhängig⸗ keit der Völker in Wahrheit dem deutſchen Geſammtvaterlande angehörten und dieſem die Schuld einer gemeinſamen Dankbarkeit auferlegten. Auch beharrten jene Männer bei ihrem Gedanken noch dann, als man in Wetter Hand anlegte an ein Denkmal zum Gedächtniß der provinciellen Wirkſamkeit Stein's in Weſt⸗ phalen, und in Berlin an ein Staatsdenkmal, das dem Kranz der Standbilder jener Kriegshäupter ſollte eingereiht werden, denen wir den ſiegreichen Ausgang der Befreiungskriege danken. Schien doch gleichſam Stein ſelbſt, als er zum Andenken an die deutſchen Freiheitskriege neben dem freiherrlichen Schloſſe in Naſſau den Thurm erbaute, in deſſen Innerem die Büſten der drei Befreier fürſten aufgeſtellt und die Gedenktafeln an alle die bedeutenden Momente der ſchickſalvollen Jahre 1812 bis 1815 angebracht ſind, die heimathlichen Umgebungen ſeines Geburtsortes als die einzige natürliche Oertlichkeit für ein Denkmal, das ihm die nationale Erinnerung ſetzen möchte, bezeichnet zu haben!
Auf der Anſicht der Gegend, die unſer Blatt zugleich mit dem Entwurfe des Denkmals den Leſern vorlegt, iſt das Monument, das erſt werden ſoll, bereits an ſeiner Stelle eingetragen. Man ſieht leicht, wie die Berghöhe, die von dem Thurme der Burg Naſſau gekrönt iſt, den landſchaftlichen Mittelpunkt— nicht dieſer bildlichen Aufnahme, wohl aber der Gegend— bildet; man erkennt dann ebenſo bald, daß von der Bergſpitze herab bis zu der thurm⸗ umgebenen Eiſenbahnbrücke über die Lahn das Denkmal wieder, mit den Ruinen der Burg Stein zuſammen, den mittleren Punkt einer förmlichen Kette von monumentalen die man von jenſeits der Lahn, von der noch deutlicherem Ueberblicke vor ſich hat.
Die Natur dieſer Oertlichkeiten: der platte, auf der das Denkmal ſtehen wird nen Höhe, die ihn um zwei Dritttheile ü der Stelle in weite Ferne nach den beiden Thälern der Lahn und des Mühlbachs hin, deren Zuſammenfluß der Pavillon bisher überſchaute und künftig das Denkmal überſchauen wird, die Mittel ſtelle zwiſchen den zwei augenfälligen Alt- und Neubauten auf der Höhe und in dem Thale, bedingte einen entſprechenden Umfang des Denkmals, eine gewiſſe Größe und Mächtigkeit ſeiner Ver⸗ hältniſſe, wenn es ſich nicht kleinlich verlieren ſollte. Entſchied man ſich, ein Standbild an ſo ausgeſetzter Stelle zu errichten, ſo
Bauwerken einnimmt, Stadt Naſſau her, in
Vorſprung der Fels⸗ „ aus der waldbewachſe⸗ berragt, die Sichtbarkeit
Das Erdbeben an der Weſtküſte von Südamerikn im Jahre 1868. Vor ungefähr zehn Jahren verließ der Verfaſſer der nachſtehenden Schilderung als ſächſiſcher Officier das Vaterland und iſt ſeitdem viel in Südafrika, Nord⸗ und Südamerika gereiſt. Während des großen Bürgerkrieges befand er ſich im Dienſte der Vereinigten Staaten, arbeitete ſodann als Militäringenieur in der argentiniſchen Republik und pachtete ſpäter die chileniſche Inſel Juan Fernandez. Gegenwärtig befindet er ſich in Lima, und auf einer Fahrt an den dortigen Küſten ſchrieb er für die Gartenlaube die Schilderungen nieder, die wir, trotz der vielen ihnen
glätter und Blüthen. 3
nur die Vollendung raſch von Statten gehen. We Arbeiten haben nach allen Richtungen hin begonnen; der neué Aüfruf des Heidel⸗ berger Vollzugsausſchuſſes, an deſſen Spitze Du Pagenſtecher sen. und Gervinus ſtehen, wendet ſich— wſpewir ihm wörtlich entnehmen—„noch einmal an alle deutſchen Herzen, welzhe die großartige Wirkſamkeit des edlen Mannes füßs die te und äußere Freiheit des Vaterlandes in treuem Andenken Mln, mit der Bitte, dies begonnene Werk zur frohen Volkondung fördern zu helfen. Die vorhandenen Mittel decken noch kaum die verein- barten Vertragsſummen, geſchweige die unausbleiblichen Mehrkoſten; die beiden Künſtler haben ſich in einer vuhmwürdiffn Uneigen⸗ nützigkeit an ihr Werk begeben, ohne eine Gewähr, ja ohne eine Ausſicht auf irgend einen Entgelt.— De bhe hegt das feſte Vertrauen, daß das deutſche Volk die gleiche Geſinnung thei⸗ len und ihm auf dieſen Aufruf die noch fehlenden Mittel ſowohl zur Hinausführung des Denkmals, als zu einem würdigen Kunſt⸗⸗ preis für die trefflich entworfenen Werke der beiden Künſtler freu⸗ dig ſteuern wird.“
Iſt es nicht erhebend, daß die beiden Künſtler„ohne eine Gewähr, ja ohne eine Ausſicht auf irgend einen Entgelt“, in bloßem patriotiſchen Ehrgeize an ihr Werk gegangen ſind? Aber iſt es nicht eben ſo beſchämend für uns, wie es erhebend iſt? Das Heidelberger Comité hat ſich über zehn Jahre bemüht, ſeine Sammlungen zu erhöhen, ohne durchſchlagende Erfolge. War es, weil die Denkmale in Wetter und Berlin die Theilnahme Preußens abzogen? War es, weil Oeſterreich ſich ausſchied, das doch dem
Manne für ſeine Herſtellung aus der franzöſiſchen Bedrückung ſo
viel wie alle Anderen verpflichtet war? War es, weil die Natur der Wirkſamkeit des Mannes, um deſſen Gedächtniß es ſich handelt, der großen Volksmaſſe nicht in der Art zum Verſtändniß nahe liegt, wie die eines Luther und Schiller? War es, weil unglück⸗ liche Kriegsjahre die friedliche Arbeit der Sammler zwei Mal ge⸗ waltſam ſtörten? Die Sammlungen haben ſich bis jetzt nicht über zwölf- bis dreizehntauſend Gulden erhoben. Die Künſtler haben mit Vertrauen zu dem Comité begonnen, das Comité mit Ver⸗ trauen zu dem deutſchen Volke, dem es in ſeinem letzten Aufrufe an die Ehre greift. 1
Wir fordern daher alle Freunde der Garten⸗ laube, die ja ohne Ausnahme auch Freunde der guten Sache ſind, auf, ungeſäumt mit der Hand in den Säckel zu fahren und endlich den Tribut der Dank⸗ barkeit für den bewährteſten deutſchen Staats⸗ und Volksmann öffentlich in ſichere Hand niederzu⸗ legen. Opferpfennig bereit hält, wird
Wer ſeinen LC nach einem Opferſtock nicht lange zu ſuchen haben.
zuvorgekommenen Zeitungsberichte über denſelben Gegenſtand, hier mitthei⸗ len, weil ſie auf der eigenen Anſchauung von mehreren unſerer deutſchen Landsleute beruhen. Caldera, den 19. Auguſt 1868. Unſere Küſte hat ſoeben eine Erſchütterung erfahren, wie ſie ſchreck⸗ licher vielleicht nie ſtattgefunden. Es iſt diesmal kein einzelner Punkt, welcher vom Erdbeben heimgeſucht wurde, ſondern eine lange Reihe be⸗ wohnter Plätze, und ſie alle liegen verheert und verödet. 4 Ich befand mich am 16. Auguſt in Valparaiſo, wo die Luſt ſo
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