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einen königlichen Souffleurkaſten hinabgeſtiegen und dabei Präſi⸗ dent der allbekannten Stammkneipe„Vater Siechen“ in Berlin iſt). Meyerbeer's„Prophet“ war damals wie ein leuchtendes Meteor von Paris aus am Opernhimmel aufgegangen, alle be⸗ deutenderen Bühnen Deutſchlands wetteiferten, die neue Oper mit entſprechendem Glanze in Scene zu ſetzen, und auch Martini klopfte nun indirect im Intereſſe ſeiner Caſſe deswegen bei Schneider an.
„Wollen ſehen,“ brummte dieſer endlich in ſeiner gewohnten Weiſe.„Will's dem Herzoge vorſchlagen. Habe die Partitur durchgeſehen, iſt ganz hübſche Muſik d'rin, namentlich hat mich Meyerbeer durch das Trio im Krönungsmarſch zu ganz beſonderem Danke verpflichtet.“
„Sie, Herr Capellmeiſter? wie ſo?“ frugen Alle.
„Weil er es aus meinem Oratorium ‚Abſalon' ſo vortreff⸗ lich abgeſchrieben,“ antwortete der alte Schneider ſeinen erſtaunten Freunden, indem ſich ein Schimmer ungeheuchelter Freude in ſeinem rothen Geſichte zeigte.
„Und Sie ſind darüber nicht böſe?“ frug man wieder.
„Wie ſollte ich das?“ verſetzte der Capellmeiſter ruhig.„Mit meinem vor Jahrzehnten einmal aufgeführten Abſalon wäre das dankbare Motiv nun bald den Würmern und der Vergeſſenheit überliefert, während es in Meyerbeer's Oper die Mit- und Nachwelt noch lange erfreuen wird; für dieſe Rettung bin ich ihm entſchieden Dank ſchuldig.“
Bei dieſen Worten ging die Thür auf und herein trat, das unvermeidliche Käpſelchen ein wenig lüftend, der greiſe Wirth des Hauſes. Vorſichtig, als ob er das Geſpräch zu ſtören fürchte, trat er an Martini heran und flüſterte ihm etwas in's Ohr. Dieſer ant⸗ wortete verdrießlich:„Ich habe es ihm ja heute Morgen ſchon geſagt, ich kann ſeinen Jungen jetzt nicht gebrauchen. Wiederholen Sie ihm das noch einmal,“ rief er dem ſchnell ſich entfernenden Wirthe nach und fuhr dann, wieder zur Geſellſchaft gewendet, fort: „Was heutzutage alles zur Bühne gehen will! Bringt mir da bei dem Wetter ein alter Bauer oder Gaſtwirth aus Erxleben bei Magdeburg ſeinen achtzehnjährigen Sohn her, klagt mir die Ohren voll, daß der Junge durchaus bei der Maſchinenſchloſſerei in Magdeburg nicht mehr bleiben wolle, und bittet mich, da er von der Liebe zum Theater nicht abzubringen ſei, ihn als Choriſten und für kleine Rollen im Schauſpiel zu engagiren. Was ſoll ich aber mit der ungeſchlachten Geſtalt anfangen? Brauchten wir gerade einen Couliſſenſchieber— dazu wäre der Junge allenfalls zu verwenden — aber zum Schauſpieler———“
Hier ſchwieg er, denn die Thür war wieder aufgegangen und des Hauſes redlicher Hüter, bei Alt und Jung in Deſſau als„der alte Herre“ bekannt, erſchien zum zweiten Male in derſelben Angele⸗ genheit.„Herr Director,“ ſprach er,„der alte Niemann läßt ſich durchaus nicht abweiſen, und der junge iſt erſt ganz und gar des Teufels! Er will nicht wieder mit nach Erxleben, und da der alte Mann keinen andern Rath weiß, ſo hat er ſich entſchloſſen, lieber Lehrgeld zu zahlen, als ſeinen Albert wieder mitzunehmen.“
Die Geſellſchaft brach in ein herzliches Lachen aus, auch des Directors martialiſche Züge erheiterten ſich bei dieſem„Worte von gutem Klang“, und der alte Schneider rief:„Nun, Martini, wenn er partout nicht anders will, ſo können Sie ja den Verſuch machen und ihn zunächſt noch mit ‚ſtatiren’ laſſen. Man weiß ja nicht, was aus dem Menſchen werden kann.“
Der Director nickte beifällig und folgte dem alten Wirthe, der ihn am Arme faſt hinwegſchleppte, zum Zimmer hinaus, um draußen unter dem Heulen des Novemberſturms den verhängniß⸗ vollen Seelenkauf perſönlich abzuſchließen.
Schmunzelnd und eine gefüllte Brieftaſche vorſichtig verſen— tend, trat er nach einer kurzen Weile wieder ein und ſprach, nach⸗ dem er ſich geſetzt und einen tüchtigen Zug aus ſeinem noch ge⸗ füllten Glaſe gethan hatte:„Das Geſchäft war gemacht! Drei⸗ hundert Thaler Lehrgeld und drei Jahre unentgeltlich als Choriſt und in kleinen Rollen ſpielen—“ 2
„Das iſt kaum zu glauben und in meiner Praxis bis jetzt nicht vorgekommen!“ lachte der alte Capellmeiſter.„Sie müſſen aber nun auch redlich Ihre Pflichten gegen den jungen Menſchen erfüllen!“ Dann erhob er ſein Glas— er trank ſeit Jahren nur äußerſt mäßig— ſtieß mit den Freunden in der Runde an und verließ unter dem Ausrufe:„Auf daß uns mehr Solche geboren werden!“ mit heiterem Schmunzeln das Zimmer.
Zwei Jahre waren ſeit dieſer Scene verſtrichen und zwei Mal
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war Martini mit ſeiner Geſellſchaft nach Halberſtadt übergeſiedelt und wieder nach Deſſau zurückgekehrt. Hier trank der alte Schnei⸗ der noch immer nach den Vormittagsproben den Wein des Hirſch⸗ wirthes; aber von Niemann war in ſeiner Nähe nur ſelten wie⸗ der die Rede geweſen. Zuweilen ſah er freilich die hohe, aber etwas ungeſchickte Geſtalt des jungen Mannes im Chore ſtehen und mit großem Eifer ſingen, oder bemerkte ihn wohl auch, wenn er bei Verwandlungen mit großer Kraft, aber auffallendem Mangel an theatraliſchem Anſtand, Tiſche und Stühle ab⸗ und zutrug. Blickte er dann, wenn er anderen Tages im Kreiſe der Freunde ſaß, auf den zufällig vor ihm liegenden Theaterzettel und fand auf demſelben: ein Ritter— Herr Niemann, oder: ein Mönch— Herr Niemann, ein Diener— Herr Niemann, ſo fragte er wohl: „Nun, Martini, wie ſteht's mit Ihrem Zögling für dreihundert Thaler?“ Worauf dieſer antwortete:„Aus dem wird ſein Leben nichts, er bleibt ſteif wie ein Bock und der Hansnarr des Publicums.“
In der That war dem ſo, aber die Schuld lag nicht allein auf Niemann's Seite: Kleinere Städte ohne reges öffentliches Leben entwickeln oft aus ihrer ſocialen Atmoſphäre eine ganz be⸗ ſondere Sorte von boshaften Harmloſigkeiten; ſie bedürfen zu ihrer Unterhaltung einer Perſönlichkeit, an der ſie ſich reiben, an der die Humoriſten des Ortes ihren wohlfeilen Witz üben und die klugen Köpfe mühelos ihre Ueberlegenheit bewähren können. Ein ſolches Stichblatt und Opferthier war damals Niemann für manche Kreiſe des Deſſauiſchen Publicums geworden. Der blonde und hochgewachſene junge Mann, der Schulen beſucht und ſeine Jugend in Magdeburg verlebt hatte, war im perſönlichen Verkehr keineswegs, was man einen ungewandten Burſchen nennt. Aber gerade der Wider⸗ ſpruch ſeiner mehr als untergeordneten und höchſt unbeholfenen thea⸗ traliſchen Leiſtungen mit ſeiner außerhalb der Bühne zwar treu⸗ herzig offenen, aber etwas kecken, ſtreitluſtigen und immer kampf⸗ bereiten Manier hatte ihn in eine ſchiefe Stellung gebracht. Kaum war er einige Wochen in Deſſau, ſo hatte ſich zwiſchen ihm und vielen einflußreichen Gäſten der Bierhäuſer ein Kriegszuſtand ent⸗ wickelt, der ihn von hier aus bis auf die Bühne verfolgte, wo er natürlich die vom Parterre beharrlich ihm geſpielten Neckereien und loſen Streiche nicht mit ſeinem lebhaften und furchtloſen Mutterwitze zu pariren vermochte. Kurz,„der ehemalige Maſchi⸗ nenbauer, der ſich in den Kopf geſetzt hatte, ein Schauſpieler zu werden,“ ſtand ein paar Jahre hindurch auf dem Beluſtigungs⸗ programm gelangweilter Reſidenzbewohner, die unermüdlich waren, ihn zum Kampf zu reizen und mit ihm Scenen herbeizuführen, an denen die Schadenfreude profeſſionirter Schabernacksſpieler noch lange gezehrt hat. Daß er von dieſer Seite her mit ſtürmiſchem Beifallsklatſchen und johlendem Bravorufen belohnt wurde, wenn er ungeſchickt aus der Couliſſe trat und klanglos ein paar ſorg⸗ fältig einſtudirte Worte ſprach, war etwas ganz Gewöhnliches und ſicher ſchallte ihm jedes Mal Gelächter nach, wenn er nach Aus⸗ richtung einer ernſten Botſchaft die Bühne in feierlicher und meiſtens allerdings komiſch ſich ausnehmender Haltung verließ. Man ſieht, der Weg dieſes jugendlichen Kunſtbefliſſenen war reichlich mit Dornen beſäet und es gehörte für ihn kein geringes Selbſtgefühl dazu, ſich ſchutzlos, wie er war, durch all' dieſen Hohn, dieſe vielſeitigen Einſchüchterungen und Entmuthigungen hindurchzuringen und dem einmal gefaßten Entſchluſſe treu zu bleiben. So war denn beinahe auch das dritte Lehrjahr verſtrichen und die Zeit ſeiner Entlaſſung rückte immer näher heran, ohne daß er es auf dem Wege zum tragiſchen Helden und Liebhaber, dieſem Ziele ſeines Ehrgeizes, weiter gebracht, als bis zum Statiſten und Choriſten. Da ſpielte ganz plötzlich eines Abends der Zufall einen ſeiner launiſchen Streiche. Meyerbeer's Hugenotten wurden gegeben und der aller Welt bekannte Nachtwächter von Paris hatte ſich auf ſeiner nächtlichen Fahrt in der Bartholomäusnacht erkältet und konnte die Rolle nicht ausführen, um die ihn ſein College Nie— mann ſchon längſt beneidet hatte. Dieſer faßte ſich ein Herz und meldete ſich als Lückenbüßer. Der kleine Director maß den großen Nachtwächter vom Kopf bis zum Fuß, dann ſprach er ironiſch: „Faſt zu viel für die kleine Lücke; indeß, meinetwegen, es giebt ja in der Welt auch große Nachtwächter.“
Wie ein Wetter hatte Niemann den Mantel um, die Pudel⸗ mütze auf dem Kopfe, Stab und Laterne in der Hand und ließ ſein„Verwahrt das Feuer und das Licht“ ſo leidenſchaftlich bewegt in die Welt hinausſchallen, daß ihn das ganze Publicum wieder ein


