bedeutende Rolle zu ſpielen, wo ſeine Frau alle Künſte be⸗ ſütte muſikaliſche Abende veranſtaltete und wohlfeile Volksküchen einrichtete — und Herr Kallomeyzew für einen der zuverläſſigſten Beamten ſeines Miniſteriums galt — ging hinkend, und ſich etwas wiegend, ein kleiner Mann in einem beſcheidenen Paletot mit einem Kragen aus Katzenfell, die eine der Linien auf Waſſili⸗Oſtrow entlang.
Es war Paklin.
Er hatte ſich in der letzten Zeit ſehr verändert: an den Schläfen, die unter dem Rande der Pelzmütze hervor⸗ blickten, waren einige Silberfädchen ſichtbar.
Eine ziemlich volle, hochgewachſene Dame in einem dunklen Tuchmantel, kam ihm auf dem Trottvir entgegen. Paklin warf einen zerſtreuten Blick auf die Dame und ging vorüber . . dann blieb er aber ſtehen, wurde nachdenkend, hob die Arme hoch auf, drehte ſich lebhaft um, holte die Dame ein und ſah ihr unter den Hut, in's Geſicht.
„Maſchurin?“ — ſagte er halblaut.
Die Dame maß ihn mit einem majeſtätiſchen Blick und ging, ohne ein Wort zu ſagen, weiter.
„Liebe Maſchurin, ich habe Sie erkannt,“ — fuhr Paklin fort, neben ihr her hinkend — „ich bitte, fürchten Sie mich nicht. Ich werde Sie ja nicht verrathen — ich bin zu erfreut Ihnen begegnet zu ſein! — Ich bin Paklin — Sſila Paklin, wiſſen Sie, der Freund Neſhdanow's Kommen Sie zu mir — ich wohne zwei Schritte von hier . . . . ich bitte, kommen Sie!“
„Jo sono Contessa Rocco di Santo! und . . . . und . . .“ — antwortete ſie mit leiſer Stimme, aber mit einem außerordentlich reinen, ruſſiſchen Accent.
„Was Conteſſa .. . . was ſind Sie für eine Conteſſa kommen Sie, wollen wir etwas mit einander plaudern?“
„Wo wohnen Sie denn?“ — ſagte die italieniſche Ee plötzlich in gutem Ruſſiſch, — „Ich habe wenig
eit.“
„Ich wohne in dieſer Linie; dort iſt das Haus, das graue, dreiſtöckige. — Wie gut von Ihnen, daß Sie mit mir nicht mehr geheimnißvoll thun wollen! Geben Sie mir Ihre Hand! Kommen Sie. — Sind Sie ſchon lange hier? Und warum ſind Sie Gräfin? Haben Sie einen italieniſchen Conte geheirathet?“
Die Maſchurin hatte gar keinen italieniſchen Conte geheirathet. Man hatte ſie mit einem Paſſe auf den Namen einer Gräfin Rocco di Santo Fiume, die kurz vor⸗


