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Neuland : Roman / von Iwan Turgéniew
Entstehung
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25⁰

Traum erwachte, — reichte aber Paklin, ehe dieſer das Geſagte wiederholen konnte, ſein offenes Cigarrenetui hin — womit er unzweifelhaft an den Tag legte, daß er ſeine Worte ſehr gut gehört hatte. Paklin rauchte vorſichtig und dankbar ſeine Cigarre an.

„Dies iſt vielleicht ein günſtiger Moment,“ dachte er; allein Sipjägin kam ihm zuvor.

„Ich erinnere mich, daß Sie,“ ſprach er in lüfſicen Ton, indem er oft inne hielt, ſeine Cigarre betrachtete, den Hut aus dem Nacken in die Stirn ſchob: „daß Sie . . . daß Sie von jenem, Ihrem Freunde geſprochen haben, der meine Nichte geheirathet hat. — Sahen Sie die⸗ ſelbe zuweilen? Leben ſie hier in der Nähe?“

(Aha!“ dachte Paklin: „Jetzt Sſila gieb Acht!“)

„Ich habe ſie nur einmal eſehen, Ercellenz! Sie leben in der That nicht ſ weit von hier.“

„Sie begreifen natürlich“ fuhr Sipjägin in demſelben Ton fort, „daß ich — wie ich Ihnen bereits geſagt — mich nicht mehr ernſtlich weder für dieſes leichtfinnige Mädchen noch für Ihren Freund intereſſiren kann. — Mein Gott! Ich bin nicht ein Mann von Vorurtheilen; aber — geſtehen Sie ſelbſt: das iſt zu arg! — Es iſt einfältig — wiſſen Sie! Ich glaube ü rigens, daß es mehr die Politik war, welche ſie verband . („Politik!!“ wieder⸗ holte er und zuckte die Achſeln) als ein anderes Gefühl.“

„Ich glaube das auch, Excellenz!“

„Ja, Herr Neſhdanow war durchweg ein Rother. — Ich muß ihm die Gerechtigkeit widerfahren laſſen; er hielt ſeine Ueberzeugungen nicht verborgen!“

„Neſhdanow,“ wagte Paklin vorzugehen, „hat ſich viel⸗ leicht hinreißen laſſen; aber ſein Herz

„Iſt gut,“ unterbrach ihn Sipjägin, „natürlich! na⸗ türlich! Wie bei Markelow auch. — Sie Alle haben gute Herzen. Wahrſcheinlich iſt auch er bei der Sache betheiligt — und wird mit verwickelt ſein und ich werde mich auch noch für ihn zu verwenden haben!“

Paklin kreuzte die Hände vor die Bruſt:

„Ach, ja, ja, Excellenz! — laſſen Sie ihm Ihren Schutz angedeihen! Er iſt wirklich wirich Ihrer Theilnahme werth!“

Sipiägin ſchmunzelte.

„Sie glauben?“

„Endlich, wenn nicht für ihn, ſo doch für Ihre Nichte, ſeine Gemahlin. (Mein Gott! was lüge ich da!)“ Sipjägin blinzelte mit den Augen.