indem er erzählte, daß der Kaiſer Alexander 1. ihm den St. Andreas⸗Orden verliehen! Neſhdanow nahm keinen Theil an dem Wortſtreite; die Sipjägin ſah ihn mit einem Ausdrucke an, als wenn ſie einerſeits ſeine be⸗ ſcheidene Zurückhaltung gutheiße, — ſich andererſeits aber ein wenig darüber verwunderte. Zum Thee gingen Alle wieder in's Gaſtzimmer zurück.
„Wir haben,“ fing Sipjägin an, „eine ſehr ſchlechte Gewohnheit, Alexei Dmitriewitſch, „wir ſpielen des Abends Karten. und noch dazu ein verbotenes Spiel, das Klopfſpiel 1 ſtellen Sie ſich vor! .. Ich fordere Sie nicht auf, daran Theil zu nehmen . . . aber Marianne wird hoffentlich ſo gut ſein, uns Etwas auf dem Piano i Sie lieben doch die Muſik, hoffe ich — nicht?“
Ohne eine Antwort abzuwarten, griff Sipjägin nach dem Spiele Karten. Marianne ſetzte ſich an's Klavier und ſpielte weder gut noch ſchlecht einige „Lieder ohne Worte“ von Mendelsſohn. „Charmant! charmant! quel toucher“! ſchrie Kallomeyzew aus der Ferne auf, als wäre er mit heißem Waſſer übergoſſen. Das ſagte er aber bloß aus Höflichkeit; und auch Neſhdanow hatte, trotz der von Sipjägin ausgeſprochenen Hoffnung, gar keine Liebhaberei für die Muſik.
Während deſſen hatten ſich Sipjägin und ſeine Frau, Kallomeyzew und Anna Sacharowna an den Kartentiſch geſetzt Kolja kam um gute Nacht zu wünſchen und ging ſchlafen, nachdem er den Segen der Eltern und ein großes Glas Milch ſtatt des Thees erhalten hatte. Der Vater rief ihm nach, daß er morgen ſeinen Unterricht bei Alexei Dmitriewitſch beginnen würde.
Als Sipjägin nach einiger Zeit ſah, daß Neſhdanow unthätig im Zimmer umherkungerte und mit gezwungener Aufmerkſamkeit die Blätter eines Albums umdrehte, ſagte er ihm, daß er keine Umſtände machen ſolle, wenn er in ſein Zimmer zu gehen wünſche, da er doch müde von der Reiſe ſein müſſe. Freiheit! ſei die Deviſe in ſeinem Hauſe.
Neſhdanow ermangelte nicht, von der Erlaubniß Ge⸗ brauch zu machen, verabſchiedete ſich von Allen und ver⸗ ließ das Zimmer; in der Thür ſtieß er mit Marianne zu⸗ ſammen, ſah ihr noch einmal in die Augen und überzeugte ſich von Neuem, daß ſie ihm ein guter Kamerad werden würde, obgleich ſie keineswegs lächelte, ſondern vielmehr die Augenbrauen zuſammenzog.
Er fand ſein Zimmer erfüllt von duftiger Friſche;


