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Neuland : Roman / von Iwan Turgéniew
Entstehung
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überzeugt, Sie können es nicht gleichgültig anſehen, wenn ſie bei Jemand kurz beſchnitten ſind, wie bei mir.“

Die Sipjägin hob langſam die Augenbrauen und ſenkte den Kopf, als wundere ſie ſich über die Ungenirtheit, mit welcher in jetziger Zeit junge Mädchen ein Geſpräch anknüpfen — Kallomeyzew aber lächelte nachſichtsvoll.

„Ich kann natürlich nicht umhin,“ — ſagte er — „um ſchöne Locken, wie die Ihrigen, Marianne Wikentjewna, zu klagen, wenn ſie unter der erbarmungsloſen Schneide einer Scheere fallen; aber Antipathie habe ich nicht da⸗ gegen; und in jedem Falle könnte Ihr Beiſpiel mich .. mich convertiren!“

Kallomeyzew fand kein ruſſiſches Wort; — und franzöſiſch wollte er nach der Bemerkung der Frau vom Hauſe nicht ſprechen.

„Gottlob! meine Marianne trägt noch keine Brille,“ — fiel die Sipjägin ein — „und hat ſich bis jetzt noch nicht von Kragen und Manſchetten losgeſagt: dafür aber beſchäftigt ſie ſich zu meinem aufrichtigſten Bedauern mit Naturwiſſenſchaften; ſie intereſſirt ſich auch für die Frauen⸗ rage nicht wahr, Marianne?“

Alles das war mit der Abſicht geſagt, Marianne in Verlegenheit zu ſetzen. Sie ließ ſich aber nicht verwirren.

„Ja, Tante,“ — erwiderte ſie — „ich leſe Alles, was darüber geſchrieben iſt und ſuche in das Weſen dieſer Frage einzugehen.“

„Was doch die Jugend ausmacht!“ — wandte ſich die Sipjägin zu Kallomeyzew — „wir Beide werden uns damit ſchon nicht mehr beſchäftigen — ah?“

„Marianne Wikentjewna,“ — begann er, — „iſt noch

von jenem Idealismus. jener Romantik der Jugend erfüllt die mit der Zeit „Uebrigens — ich verleumde mich ſelbſt,“ — unter⸗

brach ihn die Sipjägin; — „dieſe Fragen intereſſiren mich ſelbſt auch. Ich bin noch nicht ganz ſo alt.“ „Auch ich intereſſire mich für das Alles⸗ — rief allomeyzew eilig aus — „ich würde aber verbieten, dar⸗ über zu ſprechen “ „Sie würden verbieten, darüber zu ſprechen?“ fragte Marianne entgegen. „Ich würde dem Publikum ſagen: das Intereſſe da⸗ für geſtatte ich . . aber, ſprechen legte den Finger an die Lippen. „In jedem Falle aber

würde ich verbieten, gedruckt darüber zu ſprechen. — Un⸗ bedingt!“

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