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28ſtes Jahr eingetreten. Paklin ging mit einer Menge Studenten und jungen Leuten um, die an ſeiner eyniſchen Keckheit, der galligen Heiterkeit ſeiner ſelbſtbewußten Rede, ſeiner einſeitigen, aber nicht zu leugnenden Beleſenheit ohne Pedanterie, Gefallen fanden. Er wurde nur ſelten einmal von ihnen aufgezogen. —
Eines Tages geſchah es, daß er ſich zu einer politiſchen Verſammlung verſpätete Bei ſeinem Eintritt ent⸗ ſchuldigte er ſich ſogleich haſtig . . „Haſenfüßig war der arme Pakln⸗ — fing Jemand in einer Ecke zu ſingen an — und Alle lachten. Paklin lachte endlich ſelbſt mit — obgleich es ihm das Herz abdrückte. „Hat die Wahrheit geſprochen, der Spitzbube!“ — dachte er bei ſich ſelbſt.
Mit Neſhdanow war er im griechiſchen Speiſehauſe bekannt geworden, wo er zu ſpeiſen pflegte und bisweilen ſehr freie und ſchroffe Anſichten äußerte. Er verſicherte, daß die abſcheuliche griechiſche Küche, die ſeine Leber afficire, die Haupturſache ſeiner demokratiſchen Richtung ſei.
„Ja; . alſo wo bleibt denn unſer Hausherr?“ wiederholte Paklin. — „Ich bemerke, daß er ſeit einiger Zeit ſo — gleichſam verſtimmt iſt. Er iſt doch, bewahre Gott! nicht verliebt?“ —
Die Maſchurin ſah finſter vor ſich hin.
„Er ging in die Bibliothek nach Büchern. — Zum Verlieben aber hat er weder Zeit noch Gelegenheit.“
„Aber Sie?“ — wäre bald den Lippen Paklins ent⸗ ſchlüpft.
„Ich wünſche ihn zu ſehen,“ — ſagte er laut, — 6 nöthig habe, ihn in einer wichtigen Angelegenheit zu ſprechen.“
„In welcher Angelegenheit?“ — miſchte ſich Oſtro⸗ dumow hinein. — „In der Unſrigen?“
„Vielleicht in der Ihrigen . . . d. h. der Unſrigen, der Allgemeinen.“
Oſtrodumow verſtummte. Er zweifelte in der Seele, dachte dabei aber doch: „Weiß der Teufel! Er iſt ja ſo verſchlagen!“
„Da kommt er endlich,“ — ſagte plötzlich die Ma⸗ ſchurin, und in ihren kleinen, häßlichen, auf die Thür des
Vorzimmers gerichteten Augen blitzte etwas Warmes und
Zärtliches, ein lichter, tiefer, innerlicher Schimmer auf.
Die Thür öffnete ſich und diesmal trat — die Mütze auf dem Kopfe, einen Packen Bücher unter dem Arme, ein junger Menſch von etwa dreiundzwanzig Jahren — Neſhdanomw ſelbſt herein.


