Teil eines Werkes 
2. Theil (1839)
Entstehung
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Schneide des gefundenen Meſſers daran zu verſuchen, wäre geprägtes Silber — und war es am Ende auch nur Kupfer — weit nöthiger geweſen, als geſchliffener Stahl. Darum war er auch gleich auf guten Umſatz bedacht, wußte aber, weil es ſchon ziemlich ſpät war, keine andere Gelegenheit dazu, als im Kaffeehaus neben dem Theater. Allein keiner der Gäſte zeigte ſich in dieſem Augenblick ſolcher Anſchaffung benöthiget. Endlich doch ſchien einer der Angeſprochenen, dem Anerbieten einige Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Es war ein junger Mann mit rabenſchwarzem Haar und kreidenfarbenem Geſicht. Dieſer heftete jetzt etliche Sekunden lang den düſtern Blick auf das dolchförmige Meſſer, doch ſprach er kein Wort. Wie dann aber der blaſſe Gaſt das begehrte Glas Punſch in Einem Zuge hinuntergeſtürzt und darauf ſein Viergroſchenſtück hingelegt hatte, da glaubte der hungrige Meſſerhändler einen ſtummen Wink zu be⸗ merken. Er beſann ſich nicht lange, dem jungen Mann zu folgen und fand dieſen dann wirklich ſeiner wartend draußen im Säulengang. Alſobald riß der Blaſſe ihm mit Ungeſtüm das Meſſer aus der Hand, drückte ihm dagegen zwei harte Thaler hinein und verſchwand unter der eben aus dem Schauſpielhaus hervorſtrömenden Menge.