Teil eines Werkes 
4. Theil (1844) Der Marquis von Rio Santo / von von Sir Francis Trolopp ; uebersetzt von Dr. Ludwig Eichler
Entstehung
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Der Schleier der Nacht verdichtete ſich. Bald unter⸗ ſchied man den Leichnam nicht mehr von dem dunkeln Grün des Graſes am Wege. —

Aber als der Mond über die Gipfel der benachbarten Gebüſche hereinbrach und die Scene wieder erleuchtete, ſah man in ſeinem weißen Scheine ein Weib neben dem Körper Rio Santo's knieen.

Dieſes Weib betete.

Sie ſchien ſchon lange die Grenze der Jugend über⸗ ſchritten zu haben und doch war ſie noch ſehr ſchön. Um ihre bleiche Stirn ſchien ein Heiligenſchein frommer Reſigna⸗

tion zu ſtrahlen ...

Dieſes Weib war Mary Mac⸗Farlane, Gräfin von White⸗Manor, die in dem auf dem Raſen liegenden Leichnam Fergus O'Breane, ihre erſte, ihre einzige Liebe erkannt hatte.

Als ſie ihr Gebet beendet, legte ſie die Hand auf Fergus' Herz. Es ſchlug nicht mehr.

Der Mond ſtieg höher hinauf und fiel gerade auf das Antlitz des Todten.

Es lag kein Schmerz mehr auf dieſen Zügen. Die Augenlider ſenkten ihre langen Wimpern über ruhige Wangen. Die Linie der Augenbrauen zuckte nicht mehr, der Mund ſchien geſchloſſen zu lächeln.

Es war jenes nräumeriſche, glückliche, von geheimniß⸗ vollen Freuden erfüllte Lächeln, das ſonſt um des Marquis von Rio Santo Lippen ſpielte, wenn er ſich mit ſeinen Ge⸗

danken von der Menge abſonderte und ſich ſelbſt ſich überließ. IV. 24

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