konnte man das Auge Clary's weit offen mit fieberhaftem Glanze unruhig auf das Bett ihrer Schweſter ſich heften ſehen, als wolle es ſich von ihrem Schlafe überzeugen.
Nach dem erſten Augenblicke der Freude, welche ihre Urſache in der unverhofften Rücktehr der beiden Schweſtern hatte, war in dem Hauſe des Mr. Mac⸗Nab Alles wieder traurig geworden. Man hatte ſehr bald bemerkt, daß Anna und Clary, obwohl auf verſchiedene Weiſe angegriffen, alle Beide verwundet waren. Anna, ein ſonſt ſanftes und naives Kind, hatte jetzt ein Geheimniß und Mrs. Mac⸗Nab über⸗ raſchte häufig in ihren ſonſt ſo ſehr an Lächeln gewöhnten Augen Thränen. — Clary's Geiſt und Herz ſchienen von demſelben unheilvollen Schlage angegriffen. Das arme Mäd⸗ chen litt ſchweigend an einem geheimen unbekannten Uebel und ihre geiſtigen Fähigkeiten wollten ſich nicht wieder be⸗ ruhigen. Stephen umgab ſie mit Sorglichkeiten; Anna ver⸗ ſuchte zu lächeln und ihre düſtere Traurigkeit etwas zu ver⸗ ſcheuchen. Vergeblich! der Schlag war zu heftig geweſen, Es hätte Monate und Wochen von Glück bedurft, um dieſe Krankheit der Seele und des Körpers zu heilen.
Und Clary konnte nicht glücklich ſein, weil ſie heftig, maßlos einen Abweſenden, einen Unbekannten, einen Mann liebte, den ſie vielleicht nicht wieder ſehen ſollte.
Am Tage verbrachte fie die langen Stunden hinter dem Vorhange ihres Fenſters ſitzend und ſah unaufhörlich nach dem großen viereckigen Hauſe hinüber, lauſchte auf jede Be⸗


