durch Church⸗Yard gekommen war, ſah ich die Magazine ſich eines nach dem andern ſchließen.
Zum erſten Male fragte ich mich, wo ich einen Zu⸗ fluchtsort ſuchen ſolle?
An der Ecke von Cornhill redete mich ein Mann an. Er ſagte mir, ich ſei ſchön, und fragte mich, ob ich ihm in ſein Haus folgen wolle? Ich nahm es ohne zu zaudern an und gab mir nicht die Mühe, meine Freude zu verhehlen. Aber unterweges ſprach der Menſch auf eine Weiſe zu mir, die mich zwang, ihn zu verlaſſen.
Ich hatte etwas in mir, Wylord, was meiner Unwiſſen⸗ heit zu Hülfe kam, das war meine Liebe. Der Gedanke, mich Jemandem zu verkaufen, hatte an ſich Nichts, was mir
widerſtrebte, außer Ihretwegen. Die unbeſtimmte und ver⸗
worrene Scham, welche meinen Buſen erfüllte, würde mich
nicht zurück gehalten haben. — Aber Sie waren da, immer
zwiſchen mir und dem Abgrunde. Eine Stimme in meinem Herzen rief unaufhörlich: Lieber ſterben ..
Mitternacht kam. Die Vorübergehenden wurden ſeltener. Die geſchloſſenen Läden boten anſtatt der ſtrahlenden Helle der Gaslampen nur das düſtere Holz ihrer Vorſetzer dar. Ich hatte Hunger und war vor Müdigkeit ganz hin. Ich
legte mich an dem Gitter von St. Paul nieder und ſchlief ein.
Vor Tagesanbruch wachte ich erſtarrt, ermattet, unfähig
mich zu bewegen, auf. Ein Watchman kam vorüber, ich
rief ihn, ſagte ihm, ich habe Hunger. — O, o, ſagte dieſer Menſch zu mir, indem er mich


