bei ihren Erfindungen der Wahrheit zu nähern. Sie erhal⸗ ten auf dieſe Weiſe eine Art von Lokalfärbung, von welcher Leute ohne Mißtrauen ſich leicht täuſchen laſſen. Bob Lan⸗ tern, der ein Lügner von erſtem Range war, hatte ſich ge⸗ hütet, das Elementarprincip des Gewerbes außer Acht zu laſſen. Unter allen verdächtigen Gaſthöfen, in denen er zur Vollführung ſeines teufliſchen Anſchlages gleiche Bereitwillig⸗ keit hätte finden können, hatte er den des Maſter Gruff gerade ausgewählt, weil Angus Mac⸗Farlane in der That gewöhnlich bei ſeinen Reiſen nach London daſelbſt abſtieg. Bob hatte alſo die Wahrheit ſehr nahe getroffen, — ſo nahe ſogar, daß der geringſte Zufall die Wahrſcheinlichkeit in gute und wirkliche Wahrheit verwandeln konnte.
Das aber eben war die Klippe. Bob hatte ohne den Zufall gerechnet und der Zufall übernahm als läſtiger Bun⸗ desgenoſſe die Verwirklichung ſeiner Fiktion. Bob befand ſich in der Lage, wider ſeinen Willen die Wahrheit geſpro⸗ chen zu haben. Der Vater und die beiden Töchter waren unter demſelben Dache vereinigt.
Der in das Gaſtzimmer eingetretene Fremde war wirk⸗ lich Angus Mae⸗Farlane von Schloß Crewe.
Er hatte eine traurige und nachdenkliche Miene; aber
dieſe Traurigkeit war nicht von der Art, wie ſie ein zufälli⸗ ger Unglücksfall hervorbringt und der erſte Hauch von Fröh⸗ lich keit wieder verſcheucht, ſondern augenſcheinlich eine chroniſche Traurigkeit, die Folge von langen und unaufhörlichen Sorgen. Seine großen Augen von edlem, reinen Schnitte waren


