Hauſe eine Stellung ein, wie in einem conſtitutionellen Staate, in welchem das ſaliſche Geſetz nicht gilt, der Gemahl der Königin: Er hatte das unbeſchreibliche Recht, von Morgens
bis zum Abend die Befehle ſeiner Frau auszuführen, und Gott weiß, wie ſchwer ihm das wurde. Miſtreß Gruff würde auf einem Throne eine trockene, häßliche, braune und bis zum höchſten Grade launiſche Königin geweſen ſein; in ihrem Saalzimmer machte ſie eine paſſable Wirthin, ſanft gegen den Stammgaſt, das Publikum ſtets anlächelnd, ihrem Gatten aber furchtbar, welcher vermöge einer innerlich im Herzen der Miſtreß Gruff angebrachten Fallthür für jedes Lächeln ein Grinſen, für jede Verbeugung einen Fluch auf⸗ bewahrt bekam.
Das war ein abgeſchloſſener Kauf. Miſtreß Gruff hätte ſich ein Gewiſſen daraus gemacht, die Galle nicht ſorglich über ihn zu ergießen, mit welcher ſie ihre Kunden verſchonte.
Es war ungefähr eine Stunde, ſeit Anna und Clary Mac⸗Farlane im Wirthshauſe zum König Georg angekom⸗ men waren. Sie ſaßen noch immer vor dem zum Mittag⸗ eſſen gedeckten Tiſch und warteten ungeduldig auf die Ankunft ihres Vaters. Von Zeit zu Zeit ließ ſich ein leiſer Schritt auf dem Corridor hören und das Rauſchen eines Kleides machte ſich vor der Thür bemerklich, als ob Jemand ſich dem Schloſſe genähert, um zu horchen.
Draußen pfiff der Abendwind. Hinter den ſchmutzigen Scheiben des hohen Fenſters ſah man zuweilen, wie ſchwarze


