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Feder-Proben : eine Sammlung kleiner Erzählungen und Novellen / von J.W. Lembert
Entstehung
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wahrte. Haſtig eilte er darauf zu und erkannte ei⸗ ne weibliche Geſtalt. Er warf ſich lautrufend vor ihr nieder, nur das dumpfe Echo des Gewölbes antwortete ihm, unbeweglich lag die weibliche Geſtalt in ſeinen Armen. Entſetzen ſträubte ſein Haar aufwärts bey dem Gedanken, es ſey Ma⸗ ria's Leiche. Nicht länger vermochte er die Schre⸗ cken dieſes Zweifels zu ertragen, er nahm die Ge⸗ ſtalt, mit Anſtrengung aller Kräfte auf die Schul⸗ tern und trug ſie in's Freye. Erſchöpft ſank er mit ihr hin. Den Reſt ſeiner Kräfte ſammelnd, richte⸗ te er ſich nach einer Weile auf, Entſcheidung der fürchterlichen Ungewißheit zu erlangen; er ſah in das bleiche Geſicht und — erkannte Maria! dieſer Anblick raubte ihm das Bewußtſeyn, ohn⸗ mächtig ſank er neben der Lebloſen nieder.

Als er wieder zu ſich kam, zog ſein Rufen die Diener, die ihn ſchon für verloren hielten, herbey. Mit ihrer Hülfe trug er Maria in den Garten, legte ſie auf eine weiche Moosbank und rieb ihr die Schläfe mit Wein, welchen die Diener aus dem Schutt gerettet hatten. Lange blieben ſeine Bemühungen fruchtlos, doch endlich — o der Wonne! — zeigte der kräftigere Puls⸗ ſchlag von wiederkehrendem Leben, und nach weni⸗ gen Minuten ſchlug die Angebethete das ſchöne Auge auf. Alonzo vergaß in dieſem Momente