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Nun Graf, ſagte der Chevalier F*** zu dem jungen Grafen L***, der ſtumm in einer Ecke ſaß, was fehlt dir? Während wir von dem Lobe der Herrlichen überfließen, ſitzeſt du kalt und in dich verſunken? Sollte das himmliſche Mädchen vor deinem ſtrengen Richterſtuhle nicht Gnade ge⸗ funden, ſollteſt Du etwas an ihr auszuſetzen ha⸗ ben? Haſt du wohl in deinem Leben einen ſchöneren Fuß? eine herrlichere Geſtalt, einen blendenderen Buſen, einen roſigeren Mund und ſprechendere Au⸗ gen geſehen? — Ein lauter Seufzer war des Gra⸗ fen Antwort. — Ach, nun verſteh ich, fuhr der Chevalier lachend fort: die kleine Hexe hat dir's angethan! Tröſte dich, mein ſeufzender Schäfer, mit deiner Geſtalt und deinem Vermögen findet
man überall offne Thüren.
Graf. Ich will doch nimmermehr hoffen, Chevalier, daß du den Engel zur Klaſſe der ge⸗ wöhnlichen Sängerinnen rechneſt? Haſt du vergeſ⸗ ſen, daß über ihren ſittigen Wandel in der gan⸗ zen Stadt nur Eine Stimme herrſcht, daß ſie eben ſo tugendhaft als ſchön —2
Chevalier. Tugendhaft? Ha ha ha! Nun wahrlich, Ihr Deutſchen ſeyd ein gutmüthiges Volk, was man Euch nicht Alles weiß machen kann! An die Tugend einer Sängerinn zu glau⸗


