Teil eines Werkes 
2. Theil (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſeine Kunſt in dem Gemuthe des Horers einen Eindruck hervorbringt, welcher demjenigen, den er ſelbſt beim An⸗ blicke des Naturſchauſpiels empfunden hat, ziemlich gleichkommt. Nur Muſik, oder eine vorzuͤgliche Poeſie, vermag dies zu erreichen. Horaz's Ode auf die grie⸗ chiſche „Urne“ iſt, ſoviel mir bekannt, die beſte Beſchrei⸗ bung dieſer lieblichen, ſtillen Ruinen von Telmeſſus. Hat man ſie einmal geſehen, ſo bleibt die Erinnerung fuͤr immer lebendig, wie die Toͤne, die Mozart dem Himmel abgelauſcht hat, nie aufhoren, ſuͤße Harmonien in uns nachklingen zu laſſen. Es iſt ein Genuß fuͤr's ganze Leben. Ihr braucht nur die Augen zuzudruͤcken, euch zu ſammeln, das Andenken außzufriſchen, und ihr habt das lachende, reizende Bild wieder vor euch hinge⸗ zaubert, — die himmliſche Luft, — das entzuckende, liebliche Schauſpiel, mit welchem die Natur an jenem gluͤcklichen Tage euch erfreute.

Hier ſind die Notizen uͤber die Einfuhr, wie ich ſie in den genußreichen Augenblicken aufgezeichnet habe. Fruͤh Morgens in die Bai von Glaukus eingefahren — bei Makri gelandet — ſchoͤne Traäume einer unterge⸗ gangenen Stadt — Theater am reizenden Meeresufer

— große Fruchtbarkeit, Oleander — ein Palmbaum in der Mitte des Palaſtes, ſtrahlend, wie die Agraffe eines Sultans — am Berge Hoͤhlen oder Graͤber mit Bildhauerarbeit — Kameele uͤber die Bruͤcke.

Es iſt wohl am beſten, wenn der Leſer aus dieſen