Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
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gang das erſte Anzeichen einer Wolke ſeit vie⸗ len Tagen. Duͤnne nebelhafte Duͤnſte gasar⸗ tiger Durchſichtigkeit begannen die weſtlich ge⸗ legenen Berge einzuhuͤllen, und als die Sonne hinter ihnen verſchwand, ſchoß ploͤzlich ein Streif heller Flammen laͤngs ihren Kuppen hin, ringelte ſich dann um den zerbroͤckelten Gipfel der hoͤchſten Bergſpize und verweilte dort ei⸗ nige Augenblicke, ſchimmernd wie eine Krone von Rubinen. Der Mond war dunkelroth, das Meer aͤnderte ſeine Farbe und war un⸗ gewoͤhnlich klar und durchſichtig. Ich ſchreckte zuruͤck, als ich Felſen, Fiſche und Muſcheln in der Tiefe gewahrte; wir ließen das Senk⸗ blei hinab und fanden zwoͤlf Faden Waßer. Die Atmosphäre war heiß und druͤckend ſchwer; die Flamme eines auf dem Verdecke brennen⸗ den Lichtes erhob ſich ſo klar und ſtill wie in einem Gewoͤlbe. Ich befahl, die Segel auf⸗ zurollen und das Anker fallen zu laßen, weil wir augenſcheinlich der Kuͤſte zutrieben, mit dem Entſchluße, bei dem erſten Auffriſchen von Winde unter Segel zu gehen. Dem Unter⸗ ſteuermanne, der die Wache hatte, bemerkte ich: »Jezt ſind wir vor Anker, nun iſt der Zau⸗ ber gehoben, nicht wahr?⸗ Muͤrriſch erwiederte er: »Wir ſind noch nicht im Hafen!l«