Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
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beſezt, welche die wechſelnden Luftzuͤge her⸗ vorbrächten, die gleich jungen Loͤwen an der Mutter ſtillem Buſen ſpielten, waͤhrend die Loͤwin ſelber, am hoͤhlenvollen Ufer vom Zertruͤmmern und Verwuͤſten ausruhend, auf dem Lager weilte. über dem Lande hin eilte die gluͤhende Sonne ihrer kuͤhlen Ruheſtaͤtte zu, ihre hinſterbenden Strahlen färbten den ſchimmernden Himmel mit glanzvollen, aber ſchwindenden Tinten; tiefes Rubinroth än⸗ derte ſich um in Purpur, ward dann ſma⸗ ragdgruͤn, durchbrochen und geſtreift mit Azur,

weiß und gelb; als aber die Sonne wirklich

verſank, war das ganze Firmament mit flam⸗ mendem Karmoiſin uͤberzogen; ſodann blieb der Abendhimmel glänzender als geſchmolze⸗ nes Gold, bis der Sonne lezte Strahlen erlo⸗ ſchen waren.

Sobald der Mond mit ſeinen ſilbernen Glanz⸗

lichtern hervorkam, verſchwanden alle jene

bunten Farben, ließen nur einige gewoͤlkte ſprenkliche Flecken zuruͤck, gleich Laͤmmern, die auf den Himmelshuͤgeln weideten. Dieſer Wechſel glich dem ploͤzlichen Lebensende, mit⸗ ten in Jugend und Schoͤnheit; der bleiche, in Nebel gehuͤllte Tod umringte uns uͤberall mit ſeinem ſchreckenden Leichtuche.

Jezt tried der Stern der Grabb in der Fluth