Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Einzelbild herunterladen

— — 357 —

vertraute Verhaͤltniße in einer Stunde ge⸗ ſchloßen, die am Lande Jahre erfordert haͤt⸗

ten; und was am Lande nie geſchieht, ſieht

man am Bord haͤufig: Schiffgenoßen theilen ihre Boͤrſen, und ſchenken viel freigebiger, als die naͤchſten Anverwandten nur darleihen, ein Wort, das im Seefahrerlexikon nicht zu finden iſt. Gute Genoßenſchaft, Aufrichtig⸗ keit und Großmuth ſcheinen nach dem Ocean entflohen zu ſeyn, um auf ihm Zuflucht zu⸗ finden. t Rach einigen Tagen erkannten wir gegen Weſten hin ein fremdes Segel. Dieſes richtete

uns ſeinen Lauf zu, und weil wir fanden,

daß wir zu ſchnell fuͤr daßelbe ſegelten, ver⸗ kuͤrzten wir unſere Segel, bis es uns nahe genug kam, um auszufinden, was fuͤr ein Schiff es ſey. Nun erkannte es de Ruyter fuͤr eine Franzoſiſche Korvette. Wir zogen ein beſonderes Signal auf, welches ſie beant⸗ wortete. Da legten wir bei. Gegen Sonnen⸗ untergang war ſie neben uns, und nach eini⸗ ger Zwiſchenſprache mit dem Kapitain ging

de Ruyter an ihren Bord, woſelbſt er eine

lange Beſprechung hielt. Nach ſeiner Zuruͤck⸗ kunft äͤnderten wir unſere Richtung, und liefen auf die Inſel Madagascar zu.