Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Einzelbild herunterladen

— —

Weil mein Leben in der Schule nur ein Auftritt des Leidens war, bin ich genoͤthigt, ſo raſch als moͤglich daruͤber hinzugleiten; um ſo mehr, da die Mißbraͤuche, uͤber welche ich klage, wenn nicht ganz gehoben, mindeſtens doch ermaͤßigt ſind. Selten ward ich mehr als einmal taͤglich mit Ruthen gepeitſcht, oder bekam mehr als einmal in der Stunde Stock⸗ ſchläge. Nachdein ich erſt daran gewoͤhnt worden, ward ich unempfindlich; und nun ward ich von dem Schulherrn fuͤr den ver⸗ ſtockteſten, boshafteſten, unverbeßerlichſten Buben gehalten, der je unter ſeine Zucht ge⸗ kommen war. Jede moͤgliche Art der Zuͤchti⸗ gung ward an mir ohne Wirkung verſucht. Nie kam es ihm in den Sinn, einen Verſuch mit der Guͤte zu machen, weil er wahrſchein⸗ lich nie davon gehoͤrt hatte.

In ganz kurzer Zeit ward ich gleichguͤltig gegen Schande und Furcht. Jedes gute, ſanfte Gefuͤhl meiner von Natur zuneigungsvollen Denkart ſchien unterdruͤckt durch die herbe, grauſame Behandlung meines Lehrers; und ich war trozig, rachſuͤchtig, oder unempfindlich. Die Gemuͤther der andern Knaben beſchäftig⸗ ten fruchtloſe Verſuche, um der Schmach von