Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Einzelbild herunterladen

— 26 —

Knaben, die unter dem Drucke ihrer unbe⸗ ſchraͤnkten Vorgeſezten leben, ſind grauſam, und gefallen ſich in Grauſamkeit. Alles Boͤſe in ihrer Natur wird hervorgerufen, alles Gute unterdruͤckt. Sie erinnern ſich an das⸗ jenige, was ſie erleiden mußten, als ſie der Sklaverei uͤbergeben wurden; an die rohen Spaͤße, die man mit ihnen trieb; an die überliſtungen ihrer Einfalt; daran, daß ſie von den Schlauen betrogen und von den Starken geſchlagen wurden; deshalb wol⸗ len ſie keinem Neuangekommenen geſtatten, dieſer Pruͤfung zu entgehen. Knaben in der Schule wird Grauſamkeit, Liſt und Selbſt⸗ ſucht gelehrt; derjenige iſt ihr Opfer und Narr, der noch einen Funken von Herzens⸗ guͤte beibehält.

Der Vorſteher trat ein. Er war einer der Paͤdagogen von der ſogenannten alten Schule. Er ſezte unfehlbaren Glauben in ſeinen Wun⸗ derſtab, den er in unaufhoͤrlicher Anwendung bei jedem zweifelhaften Falle gebrauchte. Die

Schule glich mehr einem Beßerungshauſe,

als einer Lehranſtalt; und mein Herz erkrank⸗ te, als ich der Anweiſung meines Vaters gedachte, die Zuchtruthe nicht zu ſparen.

„ W