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ſeyn, betäubte ihre Sinne. „Edles Fräu⸗ lein!“ ſprach Loor mit möglichſt ſanfter Stimme, „ich bin Arzt, und, trügt mich die Hoffnung nicht, Ihr Helfer in dieſem leidenvollen Zuſtande zu werden. Haben Sie Vertrauen zu mir, und geſtatten Sie die Berührung Ihrer Hand, um den Gang Ihres Pulſes beobach⸗ ten zu können!“ — Mit Gewandtheit drückte er Herrmann's Briefchen in Stephanien's Hand, und wußte ſeine Stellung ſo zu neh⸗ men, daß ſie es, trotz des Vogtes lauernden Blicken, in das Buſentuch gleiten ließ. „Jetzt werde ich Ihnen ſtärkende Tropfen ſchicen. Sobald der Tag anbricht — er betonte dieſe Worte ſcharf — wird das Ende Ihrer Lei⸗ den nicht mehr ferne ſeyn!“ —
Mit einem brennenden, vielſagenden Blicke verließ Loor die von wonnevollen Ahnungen ermuthigte Jungfrau. Der Kaſtellan em⸗ pfing die Arznei — es waren gewöhnliche Magentropfen, die Loor immer bei ſich führte, hier aber mit großer Feierlichkeit als eine


