— 171 —
Ketten zu befreien; und dieſer, ruhiger und durch die Mahlzeit geſtärkt, verfiel bald in ei⸗ nen tiefen Schlaf, aus dem er erſt gegen 9 Uhr Abends erwachte. Trotz dieſer wohlthäti⸗ gen Ruhe waren ſeine geſchwollenen Füße ſo ſteif geworden, daß er, als ſie die Reiſe fort⸗ ſetzen wollten, nicht die mindeſte Bewegung ma⸗ chen konnte, ohne unerträgliche Schmerzen zu empfinden. Dennoch mußte man weiter. Auf ſeinen Diener geſtützt, machte er ſich voll trü⸗ ber Gedanken auf den Weg, überzeugt, daß er nie am gewünſchten Ziele anlangen würde. Die Bewegung und die Wärme, die das Gehen ſeinem Körper mittheilte, linderten nach und nach ſeine Schmerzen. Er gieng die ganze Nacht, ruhte oft aus, und zog gleich wieder weiter. Bisweilen überließ er ſich einer gänz⸗ lichen Muthloſigkeit, warf ſich auf die Erde nieder, und beſchwor den Jvan, allein in die Heimath zurückzukehren, und ihn ſeinem unglück⸗ lichen Schickſal zu überlaſſen. Sein treuer Ge⸗ fährte flößte ihm aber nicht nur durch ſeine Geſpräche und ſein Beiſpiel neuen Muth ein⸗


