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der Mächtigſte nach dem Bürgermeiſter; und wenn der franzöſiſche Geſandte nicht mit unermüdlichem Eifer und zäher Ausdauer eine Art von Frieden zwiſchen den ſtrei⸗ tenden Mächten zu ſtiften geſucht hätte, dann würden die Intereſſen der Niederlande ebenſoſehr, wie die Frankreichs darunter gelitten haben.
Seitdem waren Beide wohl vor den Augen der Menge befreundete Amtsgenoſſen geworden, aber in der That nur verſohnte Feinde, die ſich jeden Augenblick wohl der Feindſchaft, nicht aber der Verſohnung erinnerten.
Empfindungen gleich dieſen äußerte gewöhnlich jeder von ihnen nach ſeiner Art, Hooft meiſtens durch ſcharfen oder heitern Scherz, wobei er jedoch ſtets höflich blieb und gerne ein moraliſches Uebergewicht durchſchimmern ließ, Valkenier jedoch durch grobe und böswillige Bemerkungen, kleingeiſtiges, mißtrauiſches Beſpähen und abſichtliche üble Auslegung der unſchuldigſten Worte.
Temple kam zu dieſem Geſpräch in der geſchmack⸗ vollen und eleganten Kleidung eines Hofmannes Karls II. Der an Formen hängende Valkenier trug ein ernſtes Amtskleid. Hooft dagegen nahm die Freiheit des Hauſes in Anſpruch und ſaß zwiſchen Beiden in weitem bequemem Hauskleide und einfachem Sammtkäppchen.
Sie hatten ſchon lange über fremde Politik und eigene Intereſſen verhandelt, über den Frieden von Nym⸗
wegen, den Herzog von Pork und den Prinzen von Ora⸗ ₰
nien und ſprachen jetzt über des Letztern Krankheit, die gefährlichen Kinderpocken, wobei Temple ſich bewundernd über die aufopfernde Treue des Grafen von Bentnick äußerte, der während der ganzen anſteckenden und ſelbſt ekelhaften Krankheit nicht von ſeines Herren Bette gewichen war und jetzt in einer tödtlichen Krankheit die Nachwehen ſeiner treuen Pflege trug.
Valkenier ſtimmte in das Lob ein, doch fügte er hinzu: „Aber warum ſich ſo tollkühn in eine Lebensgefahr ſtürzen, wo man es gar nicht nöthig hat!“
„Ei was,“ ſprach Hooft, „wir find jeden Tag in


