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Kleine Novellen : vier Bändchen / von A.G.L. Toussaint
Entstehung
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31 ſo wahr werde ich dieſe Hand zermalmen, ſobald ſie ſich wider des Königs Rechte erhebt!“

Dieſe Worte übten einen ſo mächtigen Eindruck auf Ferdinand, daß er zitternd ſeine Hand losriß, und daß Cecco mit einer dem Regenten nie bewieſenen Ehrfurcht ſich näherte und flehte:

O, Monſennor, Ihr habt nun Verzeihung für das Vergangene geſchenkt, ſchenkt uns auch wieder Vertrauen für die Zukunft! Laßt mich bei dem Infanten, und ich ſchwöre Euch bei meiner Ehre, als edler Caſtilianer, daß Ihr ſeine fürſtliche Hand nie anders, wie als Freund und Beſchützer drücken werdet!“

„Die Zeit des Vertrauens iſt vorbei, gleich der der Vorwürfe. Ihr könnt gehen, Sennor Cecco!“ erwiederte Timenes hart. Als aber der junge Prinz ſah, daß ſelbſt ſein ſtolzer Diener, der ihn im Haſſe gegen den Kardinal erzogen, ſich vor demſelben demüthigte und ein Vorhaben bewies, welches er in dem gutmüthigen Zutrauen der Ju⸗ gend für aufrichtig hielt, — da kniete er von Neuem und mit ganz andern Gefühlen, wie vorher, vor dem Regenten.

„O, Ihr ſagt, daß Ihr mich liebt, Monſennor; Ihr ſagt, daß Ihr Euch der Wohlthaten meiner Großeltern erinnert. O, ich beſchwöre Euch bei der Liebe, im Namen der Wohlthaten, bei der Frömmigkeit Iſabellens und der Achtung Ferdinands des Katholiſchen, habt Barmherzigkeit mit dem Enkel und laßt ihm die, welche ihm theuer find.

Nennet nur eine That, ein Gelübde, und ich erkaufe dieſe Gnade zu welchem Preiſe es auch ſei.“

Und er erhob ſein ſchwermüthiges Auge, ſein ſtolzes und bleiches Geſicht flehend zu dem Manne, deſſen Herz er jetzt kannte und drückte deſſen Hände ſchmeichelnd und mit Innigkeit an ſeine Bruſt.

„Armes, unglückliches Fürſtenkind!“ ließ Fimenes ſich entſchlüpfen, doch gleich darauf riß er ſich los, warf ſich wieder in ſeinen Seſſel, und von Neuem ganz Herr ſeiner

ſelbſt, ſprach er ernſt: