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er einer der armen Reichen, welche das Gold zu einem Gott erheben, den ſie wohl anbeten, aber dem ſie ſich nicht zu nähern wagen.
Dieſer Staatsmaun war treu genug, den Pfennig, welchen das Volk dem Vaterlande opfern mußte, ganz zum Wohlſein des Vaterlandes zu verwenden. An dem Biſchofsftuhl von Toledo haftete die höchſte geiſtliche Würde der Kirche nach der päpſtlichen, und er bot nicht weniger Gold als Ehre; aber der Biſchof war ſo wenig der Sklave ſeiner Schätze, daß er ſie mit jedem Armen theilte, der zu ihm kam. Der Regent von Spanien war Bettel⸗ mönch, ehe er ſeine Stelle neben dem Throne fand, und er hatte die Tugenden, welche die Kloſterregel vorſchreibt, ſo lange in Einfalt und Aufrichtigkeit des Herzens geübt, daß ſie ihm theuer geworden waren und er nicht mehr von ihnen ablaſſen konnte. Unter dem Purpur trug er immer noch den härnen Strick; keine Leinwand erfriſchte ihn bei der Gluth von Spaniens Sonne, und ſo oft und ſobald die Staatspflichten ihm erlaubten, den Glanz des Fürſten abzulegen, wurde er wieder der ſchlichte Franziskaner, welcher er vordem geweſen war. So ſtand der Major⸗
domo mit nur einem Bedienten neben ihm, wenn er ſeine Mahlzeit nahm und dieſer Einfachheit entſprachen gleichfalls die nackten Mauern des Gemaches, der noch leere harte hölzerne Lehnſtuhl, die mäßige Speiſe und das ſchlichte zinnerne Tiſchgeräth.
Von Zeit zu Zeit traten Männer in geiſtlicher Klei⸗ dung in das Zimmer, doch ſetzten ſie ſich nicht, ſondern blieben in einigem Abſtand vom Tiſche ſtehn und begannen leiſe Unterredungen. Endlich wurde ein Greis hineinge⸗ führt; er kam geſtützt, faſt getragen von zwei in Seide und Goldſtoff gekleideten Leuten, deren Hülfe er durchaus zu bedürfen ſchien, um den Lehnſtuhl zu erreichen, auf den er jetzt niederſank; dann lehnte er das Haupt wider die Rückenlehne, ſchloß die Augen und ſtreckte ſchnell die Hand nach dem Becher aus, den ihm der Majordomo reichte.
Dieſer Greis war der Erzbiſchof von Toledo, der


