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drohenden Prophezeiung funkelndes Auge bekam plötzlich ei⸗ nen unbeſchreiblichen Ausdruck von Niedergeſchlagenheit und Schmerz; ſein Haupt ſenkte ſich nieder auf die Bruſt, wie das Eines, der demüthig einen verdienten Vorwurf hinnimmt, und die hohe, ſtolze Geſtalt ſank knieend vor die Füße der Jungfrau, und die ſtrenge Stimme, die ei⸗ nem Fürſtbiſchof widerſprechen und ihn unerbittlich ta⸗ deln konnte, ſprach flehend und klagend zu Ottilien:
„Ja, Ottilie, nur ich trage die Schuld, ich habe Euch dem Verderben zugeführt. Ich ſchwacher und kurzſichti⸗ ger Menſch, ich wollte über anderer Thun verfügen und vergaß, daß ich mich ſelbſt noch nicht in meiner Macht habe. Ich wollte einen jungen Fanatiker vor ſich ſelbſt und Andre vor ihm ſchützen und ich breitete ein Netz aus für die, welche ich liebte. Vergebt mir, mein arm, ver⸗ führt Kind! Vergebt mir! Ich bekenne gern, daß ich übel dabei gehandelt, Euch dem Abgrunde ſo nahe zu führen, ohne Euch zu warnen. Wenn Ihr meinen Rath verach⸗ tend, Euch in's Verderben ſtürzt, dann fällt es auf meine Seele zurück, daß die Eure den Weg des Heiles verließ. Seid denn barmherzig, Ottilie! O um der väterlichen Liebe willen, welche ich ſtets zu Euch getragen, machet meine Verantwortung nicht ſo ſchwer, verdammt mich nicht zu ſo ſchwerer Buße, zu ewiger Reue! Im Namen der heiligen Mutter des Herrn, die ſanft war und die Ihren zur Sanftmuth ermahnt, habet Mitleid mit Euch ſelbſt und mit mir.“
Und der ernſte Prieſter erhob flehend die Hände zu der Jungfrau. Der Geiſtliche, der eine ſo hohe Mei⸗ nung von der Prieſterwürde hatte, demüthigte ſich vor ihr, die Büßerin hätte ſein müſſen; der Mann, den Frauenliebe nie dazu gebracht, ihr Geſchlecht zu ehren, erniedrigte ſich vor einer Frau; er der ſo groß war in ganz Utrecht, kniete vor Ottilien im Betſtübchen von Lauerneſſe.
Dieß mußte Ottilie rühren, aber da ſie nur den Aus⸗


