Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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ſchloſſen, ihn von ihrem Schoße weggeſtoßen, derſelbe Fluch trifft aber Alle, die ihm folgen werden. Aber Lu⸗ ther iſt ein ſtarker Mann, der ſich über Alles hinweg⸗ ſetzte, der Angriffe mit Angriffen vergilt, den ſein Stolz aufrecht halten, ſein Eigendünkel ſtärken wird, der nichts zu verlieren, nur zu weinen hat, wenn er fortfährt, aber Ihr, die Ihr eine zarte und ſittige Jungfrau ſeid, wie nun, wenn Ihr Euch von Allem verlaſſen fühlt, wenn Euch der Eintritt in Gottes Heiligthum gewehrt wird, wenn die Frommen Euch fliehen, Eure nächſten Verwandten ſich mit Abſcheu von Euch wenden? Wird dann der Gedanke: „„Ich bin eine Anhängerin Luthers““ Euch ein ſo großer Troſt ſein? Hält Euch Stolz aufrecht, feuert Rache Euch an, oder habt Ihr etwas zu gewinnen, was Euch vorm Sinken ſchützt? Wählet jetzt, Ottilie, denn Ihr ſteht am Scheidepunkte Eures Lebensweges, Ihr müßt zurück, oder vorwärts; ein einziger Schritt zurück führt zu Ruhe und Heil und Glück und Frieden; der, welchen Ihr weiter vorwärts thut, treibt Euch in Unruhe, Elend, zu allem Schrecklichen, weiter, ſtets weiter, immer weiter bis an das Ende. O! alle guten Heiligen! Das Ende! Bebet Ihr nicht Ottilie bei dem Gedanken an dieß Ende?“ —

Sie ſaß in der That bebend da, die arme Ange⸗ griffene, ſchluchzend und bebend; Ihr bangte noch mehr vor der Erinnerung, als vor der Zukunft. Sie hatte bereits Alles verloren und der Verluſt war noch ſo friſch, und jedes Wort dieſes Mannes ſagte ihr deutlicher, daß er unerſetzlich ſein werde; denn ja, das fühlte ſie tief in ſich, davon war ſie aufs Innigſte durchdrun⸗ gen, ſie mußte Alles opfern, ſie mußte beharren. Aber widerlegen? Sie wußte wohl genug von dem Lehrer und der Lehre, welche hier angegriffen wurde, um ſelbſt zu glauben, nicht genug aber, um den Unglauben eines Andern zu bekämpfen und gar nun, wo dieſer An⸗ dere der Vicar warz ſie widerlegte den Vicar nicht. Aber eine Frau, welche ſchweigt, weil ſie ihre Anſichten nicht