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lieber Sohn in Chriſtus,“ ſprach der Biſchof mit erhei⸗ tertem Geſicht. „Und Ihr, bübiſchen Mönche, ſeht, welch' einen edlen Mann Ihr geſchmäht habt und dankt ihm dafür, daß ich euch jetzt zulaſſe und befehle, euch als⸗ bald von hier zu entfernen ohne Strafe und ſtrenge Ahndung!“
Als die Mönche ſahen, daß die Sache eine ſo un⸗ günſtige Wendung genommen und daß bei dieſem Bi⸗ ſchof gegen vieſen Vicar nichts auszurichten ſei, ließen ſie ſich den Befehl nicht zweimal ſagen und nachdem ſie mit ſcheinbarer Demuth den Erſtern um Verzeihung ge⸗ beten und dem andern gedankt hatten, zogen ſie ſich ſchnell aus des Hochwürdigen Gegenwart zurück.
Sobald Philipp ſie nicht mehr ſah, brach er in ein lautes Gelächter aus, klopfte dem Vicar mit der breiten Hand auf die Schulter und ſprach:
„Nun, mein feiner Kopf, habe ich das nicht gut für Euch angelegt? Aber es koſtete doch Mühe, denn nie wurde ein beſſerer Wille ſchlechter unterſtützt; es war, als wenn Eure Klugheit Euch ganz verlaſſen hätte; Ihr ſaht ja aus, wie eine gelehrte Miſſethat. Wahrhaftig, wenn ich ſie nicht überholt und mit einer behenden Wen⸗ dung den Angriff zu einer Vertheidigung verbeſſert hätte, dann hätte die durchtriebene Mönchszunge uns ein tie⸗ fer Leck gebohrt, als die ganze Vorſicht des beſten Steuer⸗ mannes hätte ſtopfen können, oder beſſer um den Admiral zu vergeſſen: der Biſchof hätte ſeinen Vicar nicht retten koͤnnen. Und nun ſagt mir ſchnell, von wem der Brief war und wer der Menſch ſein kann, dem ihr fortgeholfen habt, denn daß ſie die Wahrheit ſprachen, davon gab, wie die Schelme ſehr richtig bemerkten, Euer Armſünder⸗ geſicht einen noch klarern Beweis, als ihre Worte.“ „Ich habe nach Recht und Gerechtigkeit ein Ketzer⸗ gericht verdient,“ ſprach der Vicar mit düſterm Ernſt. „Nicht weil ich, wovor mich Gott behüte, an Lehren denke oder die verbreite, welche ſtreitig wären mit denen


