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„Fahre fort, Mönch!“ rief Philipp mit dem Fuße ſtampfend.
„Im Namen alſo unſeres heiligſten Vaters, des Pab⸗ ſtes Leo X., unſeres mächtigſten Herrn, des römiſchen Kaiſers Karl V. und in Euer Hochwürden Namen ſelbſt, unſeres Hochwürdigſten Herrn Biſchofes von Utrecht, und nach der vollen und gewiſſen Ueberzeugung unſeres eigenen Gewiſſens, beſchuldigen wir den Generalvicar Balduin van Heerdte, der hier gegenwärtig iſt, der Ketzerei und des vertrauten Umganges mit Ketzern, welches alles ſammt und ſonders wir zu Dreien zu bekräftigen und zu bewei⸗ ſen entſchloſſen ſind.“
„In der That, Ihr befremdet mich!“ ſprach Philipp mit einem Geſicht, welches nicht ſehr befremdet ausſah. Es lag ſelbſt in ſeinem Tone etwas Spöttiſches, welches der Moͤnch für Zweifel hielt, und darum ſchnell fortfuhr:.
„Vor ungefähr vierzehn Tagen waren wir zuſammen, zu Dreien, wie wir hier ſind, mit noch zwei andern Brü⸗ dern aus unſerm Kloſter, in einer Schenke oder Wirths⸗ haus, zu der Fürſtin Maria genannt. Allda ſich auch ein junger Menſch befand, welchen wir aus ſeinem Spre⸗ chen und andern ſehr deutlichen Zeichen leicht erkannten als ein Belialskind, als einen Ketzer aus dem verfluchten Lande Sachſen. Als nun dieſer erwähnte junge Mann, der Paul benamt war, im Gange war, Gott zu läſtern und die heilige Kirche und ihre Diener zu ſchmähen und Worte aus der heiligen Schrift ſprach, was doch keinem Laien geziemt, da iſt erwähnter Herr Generalvikar Bal⸗ duin van Heerdte, der hier gegenwärtig iſt, in großer Haſt hereingekommen, hat dieſen ſelben Ketzer vertheidigt gegen uns, und nachdem er gehört, daß ſelbem Ketzer Empfehlungsbriefe mitgegeben waren von einem gewiſſen Ungenannten, der gewiß auch ein ſolcher Ketzer aus Deutſchland war, hat er ihn gänzlich in ſeinen Schutz ge⸗ nommen und iſt mit ſelbem Ketzer nach dem Schloß Lauerneſſe fortgeritten . wo genannter Paul viele


