Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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mehr vertraute er mir nicht an, als nur, daß er kurz nach meiner Geburt von ſeinem Herrn ſei getrennt wor⸗ den, um mein Pfleger zu werden. Es ſcheint, daß er mich auf Befehl des Vaters meiner Mutter entführte. Er ver⸗ barg mich im Dörfchen Schwina, wo eine verheirathete Schweſter von ihm lebte, die meine Amme ward. Durch die Luſt an dem wühligen und ruhloſen Kriegerleben ver⸗ leitet, nur für Gefahren und Kriegsgetümmel lebend, ver⸗ ließ er das Dorf bald, um erſt fünfzehn Jahre ſpäter da⸗ hin zurückzukehren, doch da fand er Niemand mehr von den Seinen, ſelbſt nicht das ſeiner Sorge anvertraute Kind. Als Landsknecht mit Mißtrauen von den Landleuten betrachtet, war er den Meiſten von ihnen ein Fremdling; einer der Andern ſagte, daß ſeine Schweſter, nachdem ihr Mann geſtorben, weggezogen ſei, doch wohin, dieß wiſſe man nicht. Da wäre der arme Mann beinahe ver⸗ zweifelt. Er wagte es nicht, zu ſeinem Herrn zurück zu kehren, der ihm ſtrenge Rechenſchaft abgefordert haben würde. Noch mehr als alle Menſchenfurcht plagte ihn ſein Gewiſſen, aber dabei ging es ihm, wie meiſt allen ſchwachen und kleinmüthigen Seelen: ſtatt alle Kräfte aufzubieten, eine unwillkührliche Verſäumniß wieder gut zu machen, betäubte und verhärtete er ſich gegen die Stimme ſeines Gewiſſens durch ruchloſe Thaten, wobei er die Gebote Gottes und die Pflichten gegen den Näch⸗ ſten in gleicher Weiſe mit Füßen tratz mit einem Worte, er ging unter die wüſten Schaaren, welche Deutſchland damals ſchwer bedrängten und die man gewöhnlich die ſchwarze Rotte nannte. Nachdem dieſe endlich zer⸗ ſtreut worden, irrte er vogelfrei umher und war ſo in dieſe Hütte gekommen, deren Bewohner er heraus gejagt hatte; ihm ſtand nur eines noch offen, namentlich bald⸗ möglichſt und ſicher die italieniſche Grenze zu erreichen. Es war recht bitter für mich, von dem Manne, der ſo liebreich für meine erſten Lebensbedürfniſſe geſorgt, ſo ge⸗ treulich bei dem Säugling ohne Wiege, dem ebengebor⸗