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Denn wenn man jung und geſund iſt und in Sicherheit, dann iſt man froh und heiter. Was fehlt Euch denn? ſagt es mir. Es erleichtert das Herz, wenn man es aus⸗ ſchütten kann. Sehet mich an und trauet mir, und ſtoßet mich nicht von Euch!“
Und er faßte ſchmeichelnd die Hand des jungen Fremdlings, der die ſeine mit ſanftem Lächeln drückte.
„Soll ich rathen?“ fuhr der Page fort. „Eure Kleidung iſt nicht die eines Edelknaben oder jungen Ritters; ſeid Ihr vielleicht als Novize einem Kloſter ent⸗ flohn und fürchtet Ihr den Zwang Eurer Eltern?“
„Eltern?“ ſeufzte Paul. „Ich kenne keine Mutter und keinen Vater, als nur meinen Vater im Himmel.“
„Armer!“ ſprach Enriquez bewegt und vielleicht nicht unzufrieden, daß das Vertrauen doch endlich begonnen hatte. „Verlaſſen, umherirrend, ohne Eltern! Das muß bitter ſein.“
„Das iſt hart, nicht wahr. Aber ich bin dennoch ge⸗ troſt, denn ich weiß, auf wen ich baue. Auch iſt es nicht mein Schickſal, was mich beſorgt macht, wie kummervolle Tage auch mein noch warten mögen, wie wenig Ruhe ich auch in dieſer Welt zu hoffen habe. Es wurde mir, dem Schwachen, eine wichtige Angelegenheit in die Hände ge⸗ geben, und ich kann es kein Zurückſchrecken nennen, aber ein nachdenkenvolles Zögern, wo der Augenblick des Handelns naht, das iſt doch ein natürliches Gefühl der Seele. Sie iſt ſo hehr, die Sendung, ſie kann ſo wich⸗ tig ſein, die Arbeit, welche mir zu Theil ſiel, und da iſt vie Frage nicht die, ob ich unterliege, wohl aber, ob mir Alles glückt, ehe ich unterliege.“
Bei dieſen Worten, die Paul gewiß mehr zu ſich ſelbſt ſprach, als zu dem, der ſie hörte, ließ er die Stirn in die offene Hand ſinken; dann ſchien er ſich plötzlich zu erinnern, daß ſeine Worte räthſelhaft klingen mußten, darum fuhr er, zu Enriquez gewendet, fort:
„Dazu beunruhigt mich das Loos eines Freundes. Er


