Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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damals ſchon, ſelbſt bei Laien, ſehr häufige Scheidelbe⸗ deckung. Dieß Alles gab ſeinem Aeußern einen Anſtrich ernſter Einfachheit, etwas Ausgezeichnetes, was ihn eben ſo wenig für einen Ordensmann, wie für einen Bürger erkennen ließ. O gewiß, hätte er Mißbrauch machen wol⸗ len von den Vortheilen ſeiner moraliſchen, geſellſchaftli⸗ chen und körperlichen Vorzüge, dann würde er ein ge⸗ fährlicher Prieſter geweſen ſein.

Als wir ſagten, daß alle Anweſenden den General⸗ vicar mit Freuden in ihrer Mitte begrüßten, da dachten wir nicht eines Mannes, der in hochtrabendem und ab⸗ ſprechendem Tone eben zu zwei oder drei Frauen ſprach, welche aufmerkſam auf ſeine Worte lauſchten, und der plotzlich mit verdrießlicher und getäuſchter Miene ſchwieg, ſobald die ernſte Geſtalt des Pater Balduin ihm in's Auge fiel. Dieſer, ein Mann von kurzer, gedrungener Geſtalt, hatte die wohlthuende Rundung der Formen, welche Sankt Antonin nur gutherzigen Leuten zuerkennt. Dabei las man in keinem der unbedeutenden Züge ſeines wohlgefüllten Geſichtes auch nur eine Spur irgend einer haſſenswerthen Leidenſchaft; aber es würde eben ſo ſchwer geweſen ſein, etwas darin zu finden, was auf Geiſt hätte ſchließen laſſen. Seine kleinen, runden, faſt vorſpringen⸗ den Augen von mattgrauer Farbe waren geſchieden durch eine der breiteſten und plattſten Naſenwurzeln, die ſich je in einem europäiſchen Angeſicht zeigten; die dicke Naſe, deren Stammbvater ſie war, bildete ein Ganzes mit den aufgeſchwellten, blutrothen Lippen des kleinen, ſtets lä⸗ chelnden Mundes und mit ein paar gleich aufgeſchwellten glimmenden Wänglein, die etwas von ihrem glänzenden Roth verloren, als er den bemerkte, deſſen Eintreten ſeine Rede unterbrach. Dieſer Mann, der die achtbare Kleidung des Karthäuſerordens trug, war der Hauskaplan von Lauerneſſe und der Beichtvater des Edelfräuleins. Es war ſeine Schuld nicht, daß man ihn als den jüngſten Sohn einer zahlreichen Familie und als den Ungeſchick⸗